Wappen des Kreises Elchniederung

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Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde
Berichte zu Kuckerneese - heute Jasnoje

Beim Aufbau des Bildarchivs  Ostpreu├čen wurde auch das Verzeichnis der Einwohner von Kuckerneese unseres Landsmannes Allies ├╝berarbeitet, besser gesagt erg├Ąnzt und digital erfasst. Deshalb ist der nachfolgende Bericht der Familie Juschkewitz ├╝ber den Zeitraum von 1950 bis 1956 von Bedeutung. Die Zeitzeugen berichteten ├╝ber den damaligen Zustand von Kuckerneese (Jasnoe), gaben uns einen kleinen Einblick ├╝ber den Zustand nach 5 bis 10 Jahren der sowjetischen Herrschaft. Lebendiger geht es kaum!  Da viele unserer Landsleute Kuckerneese nach 1990 besucht und besichtigt haben, werden diese auch festgestellt haben, dass der nachfolgend geschilderte Zustand jener Zeit nur einen Bruchteil der “Aufgabe” dieses Ortes darstellt. Grunds├Ątzlich kann man sich eigentlich nicht vorstellen wie eine bl├╝hende Gemeinde mit ~4.500 Einwohnern heute so trostlos dahin vegetiert. Eigentlich m├Âchte man sagen, es w├Ąre besser eine litauische Gemeinde geworden. Oder sollte man auf die typisch russischen Aussage “budjet - es wird” hoffen? Im nachfolgen Bericht erscheint eine Passage ├╝ber den Abriss des Kirchturmes als zweifelhaft, denn der Kirchturm steht noch und steht, wenn keine Gewalt angewendet wird auch noch in 100 Jahren! Sch├Ân ist, dass viele  heute russische Gemeinden auch versuchen ihre Geschichte zu erforschen. Siehe Heinrichswalde.

Der 1. Heimatbrief unserer Kreisgemeinschaft wurde 1983 herausgegeben.
Familie Juschkenitz berichtet ├╝ber die Jahre 1950 - 1956 in Jasnoje - Kuckerneese

Kaukehmen/Kuckerneese in Ostpreu├čen – ein russischer Blogger berichtet.
 Dieser Beitrag wurde gel├Âscht.

Bericht Renate Lehmann geb. Janz aus Skuldeinen/Kuckerneese
Mutter versorgte uns, ├╝berstand die Flucht, aber …

 

Heimatbrief 01 Juli 1983
Unsere Heimat nach der Vertreibung Kuckerneese (Kaukehmen) hei├čt jetzt Jasnoje.
Dieser Bericht wurde nach Angaben von Familie Juschkewitz 1965 geschrieben, er umfasst die Jahre 1950 bis 1956

Die Familie Juschkewitz bezog als erste Wohnung in Kuckerneese die Praxis- und Warter├Ąume von Dr. Lange. Das gesamte Haus stand leer. Da das Dach schon sehr kaputt war und es ├╝berall durchregnete, zog man unten ein. Sie schafften es aber nicht, das gro├če Dach in Ordnung zu halten. Die obersten Wohnungen waren also gleich zerst├Ârt, schlie├člich regnete es bis unten durch. Die Russen holten sich T├╝ren und Fenster, Fu├čboden und zum Schluss sogar die Treppe zum Verbrennen. Als man die Treppe abholte hat sich Frau Juschkewitz beim Kolchosenverwalter beschwert, mit dem Erfolg, dass man das Holz bei ihm abliefern musste, und er es dann verbrannt hat. Seit der Zeit galt Frau Juschkewitz bei den Russen als Denunziantin. Als man sich dann gegen das Regenwasser auch unten nicht mehr wehren konnte, richtete man sich eine Wohnung in dem Willgalies'schen Haus in der Bahnhofstra├če ein. Das Lekenski'sche Haus wurde nun ganz abgerissen (in der Schulstra├če). Es wurde ein planiert wie auch das Bahnhofshotel. Dort steht nur das niedrige Hofgeb├Ąude, parallel der Schulstra├če.
Wirtschaftlich ging es den Juschkewitz mit der Zeit ganz gut. Zum Schluss hatten sie ein paar Schweine, viele H├╝hner und auch eine Kuh, die sich in diesem Fr├╝hjahr aus lauter ├ťbermut ein Bein brach und geschlachtet werden musste. Das Fleisch konnte noch zu einem guten Preis auf dem Markt in Tilsit verkauft werden. F├╝r die Tiere hatte man in den Szentick'schen Garagen St├Ąlle eingerichtet, Heu zum Teil selbst geerntet oder in den Haffd├Ârfern gekauft. Es wurde in unserer Werkstatt und Garage gelagert. So kennen sie unser Haus genau. In der Wohnung leben jetzt 2 Familien. Dazu wurde es umgebaut, da doch eine zweite K├╝che sein musste. Doppelt├╝ren wurden vermauert und neue Zug├Ąnge gebaut. Das Dach hatte schon vor Weihnachten einen Durchschuss. Es regnete rein und schlie├člich verfaulten die Balken auf der Treppenseite. Herr Juschkewitz hat dann sp├Ąter beim Durchbauen geholfen. Es wurden neue Balken eingezogen und neu gedielt. In diesem Fr├╝hjahr wurde alles renoviert, tapeziert, T├╝ren und Fenster gestrichen und sogar die Fu├čb├Âden gestrichen und lackiert. Zentralheizung und Wasserleitung sind noch drin, funktionieren aber nicht, da Herr Juschkewitz sie nicht zu reparieren verstand. Man hatte es ihm nicht geglaubt , denn die Deutschen m├╝ssen alles k├Ânnen. Es stehen also Ziegel├Âfen in der Wohnung und Wasser holt man sich  von einer Pumpe auf dem Hof. Der Garten wird sehr gepflegt und liefert gute Ernte und Obst und Beeren. Die Himbeeren sollen sehr gut sein und Frau Juschkewitz hat jahrelang viel einmachen k├Ânnen.
Von der Stra├čenseite hat man das Grundst├╝ck mit einem Friedhofstor geschlossen. In der Wilhelmstra├če steht das Haus der G├Ąrtnerei R├Âhl. Die Hindenburgschule wird in Ordnung gehalten. Sie ist die einzige Schule und als Oberschule 10 - klassig. So sind in der Wilhelmstra├če alle H├Ąuser stehen geblieben. Allerdings werden die gro├čen H├Ąuser, wie das der Mertins , als Speicher benutzt und nicht repariert. Wenn es so viel durchregnet, dass das Getreide da nicht mehr lagern kann, wird so ein gro├čes Haus einfach abgerissen. Zum Wohnen ist es den Russen zu gro├č. Es liefert dann gen├╝gend Holz zum Brennen und Steine zum Bauen. Der Speicher der Kornhausgenossenschaft steht und auf der linken Seite ist eine Halle bis zur Schulstra├če gebaut, mit spitzem Dach und russischem Schiefer gedeckt, in der Traktoren und Kraftwagen repariert werden. Im Bahnhofsgeb├Ąude ist ein Lagerraum f├╝r Ersatzteile, ebenso in dem niedrigen Ladenhaus, in dem u.a. der Laden von Sperber war.
Die Kirche dient schon jahrelang als Speicher, die Treppe ist mit Erde auf gef├╝llt, so dass die Traktoren m├╝helos rauf- und runterfahren k├Ânnen. Vor 4 Jahren wurde der Kirchturm abgerissen, die Treppe zum Turm war schon lange vorher abgerissen. L├Ąngs des Blitzableiters ist ein beherzter Mann hinaufgeklettert, hat eine Seilschlinge um den Turm gelegt und mit Maschinenkraft hat man den Turm dann umgerissen. Da die Russen sehr abergl├Ąubisch sind, zeugt es schon von besonderem Mut, so einen Auftrag auszuf├╝hren. Das Kupferblech wurde f├╝r 4.000 Rubel verkauft. Im ehemaligen Pfarrhaus ist eine Krankenstation. Auf dem Grundst├╝ck des Kaufmannes N├Âtzel befindet sich das Kaufhaus, in dem es Lebensmittel, Schuhe und Stoffe gibt. In den oberen R├Ąumen liegt eine Gastst├Ątte. Der N├Âtzel'sche Neubau, der sp├Ąter Radio-B├Âttcher geh├Ârte, mit den Gesch├Ąften Lehnert, Kreisnachrichten usw. ist ein planiert. In dem Pfeiffer'schen Haus ist jetzt die Markthalle. Das Dach wurde nicht repariert. ├ťberall regnet es durch. Vom Fleck'schen Haus sind 2 - 3 Treppen zu erkennen, sonst ist alles weg. Das Schuhhaus Taudien steht , es wird z.Z. als Kolchosenkontor eingerichtet. In der M├╝hle von Wichbert Schulz stehen K├╝he und Schweine. Weiter findet man alle H├Ąuser in der Hohen Stra├če bis zur Lorckstra├če. Das Selz'sche Eckhaus allerdings ist ein Schutthaufen. Das Haus von Sattler Homm in der Lorckstra├če blieb nicht erhalten. Die H├Ąuser auf der rechten Seite der Lorckstra├če, bis zur Kurve sind bewohnt. Das Wohnhaus des alten B├Ąckers N├Âtzel, das zur├╝ckgebaut im Garten liegt, ist Internat f├╝r die Obersch├╝ler, die zum Wochenende nach Hause fahren d├╝rfen. Das Eckhaus Lorckstra├če - Schmiedegasse, in dem der Glaser Ritzmann wohnte, steht als einziges auf der linken Seite der Lorckstra├če bis zur Kreuzahlerschen M├╝hle. Daneben hat man einen Privatstall eingerichtet. Der Christeleit'sche Neubau ist in Ordnung, aber da es lange Zeit dort spukte, und die Russen sich sehr davor f├╝rchteten, stand es immer wieder leer. Jetzt soll wohl alles wieder in Ordnung sein. Das Haus ist auch bewohnt. Im Speicher von Wiesenberg und Rieske ist ein Eisenwarengesch├Ąft eingerichtet. Das Haus vom Tischler August ist in diesem Jahr abgebrochen worden. Das kleine Haus Ecke Lorckstra├če, Zugang zur Sandstra├če wird von einer Russenfamilie bewohnt. Das Haus, in dem der Fuhrhalter Dommasch wohnte, ist weg. Das Haus dahinter ist, ebenso wie ein kleines gr├╝nes Haus daneben, erhalten. Gegen├╝ber Wiesenberg und Rieske steht ein zweist├Âckiges Haus. Das alte Deichamt ist nicht mehr. Das Wohnhaus Sablautzki steht. In der Schmiede Rieske ist eine Mahlm├╝hle eingerichtet. Bis zum Ausgang des Ortes steht dann alles auf der rechten Seite, sowohl Weitkus und auch Szentikals auch die Gastwirtschaft Klein. Auf dem Klapschuweit'schen Grundst├╝ck sieht man nur einen hohen Schornstein. In der Witt'schen Werkstatt ist eine Kolchosenschmiede. Das Wohnhaus steht, ebenso das Hillgruber'sche Wohnhaus sowie das Kiwylus'sche Haus gegen├╝ber und ein kleines Haus daneben, in dem Pferdestehen. ├╝brigens herrscht dort schon seit Jahren eine Pferdekrankheit (Blutkrankheit, die sehr ansteckend sein soll). Kuckerneese und Umgebung sind Sperrgebiet. Es darf kein Pferd ├╝ber die Br├╝cke in Sk├Âpen.
Nun zum Marktplatz: Die H├Ąuser von Bluhm, Sinnhuber und Perkuhn sind in Schutt und Asche. Das Wittrin'sche Haus steht noch als Ruine ohne T├╝ren und Fenster. Das Backhaus ist in Ordnung und versorgt ganz Kuckerneese und Umgegend mit Brot. Das Haus der Volksbank ist stehen geblieben; unten ist ein Kino und oben wird getanzt. Bis zur Hafenstra├če ist dann alles ein Schutthaufen. Nun gehen wir ├╝ber die Hafenstra├če. Die H├Ąuser von Scheer, Kywill ebenso Cafe Ernst und die alte Kantorschule stehen, sind aber unbewohnt. In den ersten beiden Geb├Ąuden ist Kunstdung untergebracht. Die Keller haben die Soldaten belegt. Die H├Ąuser der Familien Dannat und Pelludat stehen auch; im ersteren ist ein Getreidespeicher untergebracht, das zweite Haus ist bewohnt. Das Haus des Kaufmannes Wegner und das des Fleischers Klamant sind abgebrochen. Wenn wir die Dammstra├če weitergehen, finden wir auf der linken Seite die Siedlung vollst├Ąndig in Ordnung und von Russen bewohnt. Au├čerdem steht der gesamte Arbeitsdienst. Die H├Ąuser werden als Speicher benutzt. Die H├Ąuser links und rechts zum Volkspark stehen. Das Wohnhaus der ehemaligen Dom├Ąne steht und ist Speicher. Weiter steht dort hinten alles.
Der neue Sportplatz ist verwachsen und wird auch nicht bestellt. Die Russen benutzen den alten Sportplatz, den man erreicht, wenn man am Cafe┬┤ Ernst vorbeigeht. Wenn man die Sellener Chaussee vom Dammstra├čenknick verfolgt, findet man alle Geb├Ąude links und rechts der Stra├če bis auf das letzte auf der linken Seite, das ein Schutthaufen ist.
Nun zur Post zur├╝ck. Sie ist von kollektiven B├╝ros belegt. Die Garagen auf dem Hof werden auch als Garagen benutzt. B i s zum Lekensk'schen Kino ist in der Tilsiter Stra├če nichts mehr, nur noch Brennnesseln und Str├Ąucher. Im Kino selbst ist eine Trockenhalle mit Spezialmaschinen f├╝r Getreide. Die Br├╝cke ├╝ber die alte Gilge war kaputt, ist aber repariert. Der Bauernhof auf der rechten Seite zwischen Br├╝cke und Friedhof ist weg. Zwei H├Ąuser auf der linken Seite stehen. Die Schmiede Enders ist nicht mehr da. Wenn wir nun die Tilsiter Stra├če zur├╝ckgehen und rechts den Knick hinter der Br├╝cke zum Giedat'schen Grundst├╝ck, sehen wir nichts als Tr├╝mmer.
Im Giedat'schen Garten stehen noch einige Obstb├Ąume, an die zur Reifezeit die Russen Hunde anbinden, damit das Obst nicht geklaut wird.
Nun zur├╝ck zum Bahnhof. Im Harder'schen Haus ist eine Schreibstube von der Maschinen - Ausleih - Station. Das Leitner'sche Haus ist bewohnt. Die Gasanstalt ist abgebrochen, das Wohnhaus steht. In einem anderen Geb├Ąude ist die Sauna eingerichtet. Das G├Âtzki'sche Haus ist weg. Bei Motzkau steht nur der Stall, in dem z.Z. Kolchosek├Ąlber aufgezogen werden. Das Hotel Deutsches Haus ist mit allen Anbauten verschwunden, nur ein Schutthaufen. Auf dem Hof steht ein Stall.
Von Autovermietung Janz bis Willgalies stehen in der Bahnhofstra├če alle H├Ąuser. Das Kretzin'sche Haus in der Tilsiter Stra├če gegen├╝ber der Post steht und wird von Familien und deren Vieh bewohnt.
In der Hafenstra├če steht rechts das alte Scheer'sche Holzhaus nicht mehr, dahinter aber ein zweist├Âckiges Geb├Ąude. Es ist das letzte auf der rechten Seite . Auf der linken Seite von der Apotheke, die auch einge├Ąschert ist, stehen alle H├Ąuser bis dort, wo die Felder beginnen. Der Gebetssaal der christlichen Gemeinde ist abgebrochen. Es steht nur noch ein Stall dabei, der als Schlachtstelle dient, in dem auch Juschkewitz Kuh in diesem Fr├╝hjahr geschlachtet wurde. Zwei Geb├Ąude schr├Ąg rechts vor dem Gebetssaal stehen. Die Ziegelei Kiwylus ist abgebrochen, nur ein Wirtschaftsgeb├Ąude blieb erhalten. Es wurde das alte Dach abgenommen und durch einfaches ersetzt. In dem Geb├Ąude steht Vieh. Auf dem Stunkat'schen Grundst├╝ck -Klapschuweit - steht auch nur ein Wirtschaftsgeb├Ąude. In der Gartenstra├če stehen fast alle Geb├Ąude, u.a. auch Fleischer Crasteit.
Das gro├če Eckhaus Gartenstra├če – Labeikstra├če ist abgebrochen. Wenn man die Verl├Ąngerung der Schulstra├če ├╝ber die Wilhelmstra├če geht, macht der Weg hinter der Hindenburgschule einen Knick nach links. Die H├Ąuser auf der rechten Seite stehen und sind von Lehrern bewohnt. Die Arbeitsdienstbaracken hinter dem Bahn├╝bergang auf der rechten Seite sind weg. Daf├╝r aber stehen ca. 14 neue kleine H├Ąuschen auf der linken Seite und 2 auf der rechten Seite, direkt vor der alten Gilge.
Die Siedlung Winge ist in Ordnung und wird bewohnt. In der Feldstra├če stehen wohl alle H├Ąuser, Schutt ist mir da nicht aufgefallen. Auch in der Sand- und Mittelstra├če stehen wohl alle H├Ąuser. Die Post ist in dem Geb├Ąude Mittelstra├če Ecke Schmiedegasse, auf der Kitzmann'schen Seite, untergebracht.
Die Kleinbahnschienen sind entfernt, ebenfalls die Warteh├Ąuschen auf den kleinen Stationen. Der Bahndamm dient als Stra├če, die aber nicht befestigt wurde.
Das Vieh wird den Sommer ├╝ber im Stall gehalten oder drau├čen irgendwo am Stra├čen- oder Wegrand angebunden, denn Z├Ąune gibt es nicht. Die Dr├Ąhte der alten Z├Ąune liegen auf den Feldern und verkommen. Nur im Herbst, wenn alles eingebracht ist, l├Ąsst man das Vieh frei umherlaufen, das abends allein in den Stall zur├╝ckfindet.

ÔÇ×Mutter versorgte uns, ├╝berstand die Flucht, aber …“

Bericht Renate Lehmann geb. Janz, im Jahre 1937  in Skuldeinen/Ostpreu├čen und Tochter Anita Eichner -
behutsam bearbeitet, durch Zahlen, Daten, Fakten erg├Ąnzt von G├╝nter H. Hertel

Wo fang ich an, wo h├Âr ich auf...............es liegt alles so weit zur├╝ck, und doch sind die Erinnerungen nicht auszul├Âschen.

In Liebe und Verehrung denken wir heute noch an unsere gute Mutter Martha Janz geb. Zahn (*30.12.1903 in Kaukehmen in der Niederung; ÔÇá22.08.1946 in Eutin/Schleswig-Holstein) zur├╝ck. Wir vier Kinder: Siegfried (*17.10.1934), der in Kanada lebt, Renate (*02.04.1934, die Erz├Ąhlerin lebt heute in Vlotho), Irmgard (*17.06.1939, ÔÇá03.01.2017 in Garbsen) und Dietmar (*20.08.1941, lebt in Kanada) haben ihr sehr viel zu verdanken.
Mutter ging als junge Frau nach Berlin, um dort zu arbeiten. Zur├╝ck in der Heimat, heiratete Mutter f├╝r damalige Verh├Ąltnisse sp├Ąt, erst mit 30 Jahren, unseren sp├Ąteren Vater Walter Janz (*07.08.1903; ÔÇá02.10.1969), den j├╝ngsten Sohn des Eduard Janz (Landwirt, *15.08.1858; ÔÇá10.08.1936) und Ehefrau Maria geb. Goetzke (*09.01.1860; ÔÇá1925). Walter war der Hoferbe. Jedenfalls war Mutter eines von f├╝nf M├Ądchen, das im Jahre 1903 in Kaukehmen (seit 1938 Kuckerneese, ab 1946 Jasnoje) ihren Eltern Otto und Berta Zahn geboren wurde.Ausschnitt Kuckerneese (2)
Auf welchen ÔÇ×Umwegen“ sich unsere Mutter Martha und ihr zuk├╝nftiger Gatte Walter kennenlernten, ist uns nicht bekannt. Jedenfalls zog unsere Mutter zu ihrem frischgebackenen Ehemann Walter Janz auf dessen Vaters Hof Eduard Janz in Skuldeinen (Hof Nr. 6) in der ÔÇ×Niederung“ (so wurde sie vor ihrer Umbenennung in ÔÇ×Elchniederung“ bis 1938 benannt). Dort lebten noch weitere vier Geschwister ihres Gatten, den S├Âhnen Johannes (Schneidermeister), Fritz, Albert und Tochter Betty.
Man hatte im Hof noch kein elektrisches Licht, was Mutter nat├╝rlich aus Berlin kannte (und vermisste). Aber der alte Eduard (Opa Eduard) war sparsam und auch stur. Dennoch verstand Mutter es vorz├╝glich, ihn um ihren Finger zu wickeln … und so wurde Strom verlegt. Neue Weckgl├Ąser zu kaufen, folgte zugleich, denn Obst gab es reichlich in der Hofwirtschaft. Opa Eduard schmeckten die Fr├╝chte, besonders zur kalten Jahreszeit vorz├╝glich; so wurden auch Brunnen gebaut und Gem├╝seg├Ąrten angelegt.
Opa Eduard Janz verstarb schon 1936. So hatte die junge Frau, unsere sp├Ątere Mutter, die F├╝hrung des Haushaltes und auch des Hofes zu ├╝bernehmen; das tat sie sehr weise und vorz├╝glich - nat├╝rlich mit Unterst├╝tzung unseres Vaters Walter Janz, dem sie vier Kinder gebar (siehe oben). Nach der Einberufung unseres Vaters in den Krieg, hatte Mutter die volle Verantwortung, freilich nicht ohne die Unterst├╝tzung Vaters dreier Geschwister (zwei waren taubstumm, einer durch einen Buckel k├Ârperbehindert). Insbesondere verdiente Johannes, der Schneidermeister, ein Zubrot, da er sein Handwerk von Hof zu Hof anpries.
Wir Kinder verlebten eine sch├Âne ruhige harmonische Kindheit. Auf unserem Hof gab es viel zu entdecken. Oft bekamen wir Besuch der gro├čen vaterseitigen Verwandtschaft, die ringsherum in der Elchniederung lebte. Fast jeder Geburtstag, die Silberhochzeiten und andere Gelegenheiten wurden zu fr├Âhlichen Familienfeiern genutzt. Zur Feier der Jubilare wurde die Sonntagskutsche angespannt. Wir Kinder erwarteten jedes Mal eine Extra-Wurst, denn wir wurden ÔÇ×fein gemacht“. Immer k├╝ndigte sich ein gro├čes ÔÇדHallodrie“ an, wenn die vielen Cousins und Cousinen sich ank├╝ndigten.
Wir freuten uns, wenn unsere Oma Bertha Zahn (*29.04.1872) aus Kuckerneese bei uns weilte. F├╝r uns wie f├╝r sie selbst gestaltete sich ihr Besuch zu gerne erlebter Abwechslung. Au├čerdem gab es auf dem Hof immer etwas zu tun. Da der Krieg nun schon in Berlin zu sp├╝ren war, kam Mutters Berliner Schwester Lieschen Scherfke, geb. Zahn (die zuf├Ąllig auch Lieschen hie├č) mit ihrem Sohn Horst Scherfke zu uns. Bei uns in Ostpreu├čen war vom Krieg nichts Unmittelbares zu sp├╝ren – eine fast be├Ąngstigende Ruhe, die wir Kinder allerdings ohne Vorahnung genossen.
Im Sp├Ątsommer 1944 ├Ąnderte sich die Situation. Erste milit├Ąrische Einheiten ÔÇ×eroberten“ den Hof; Milit├Ąr machte sich breit. Die Soldaten, die Panzer sowie die Motorr├Ąder waren f├╝r uns sehr interessant und aufregend. So sp├╝rten wir den Ernst der Lage nicht. Vom Ru├čstrom h├Ârten wir allerdings ab und zu schon Kanonendonner. Dennoch ernteten wir noch Kartoffeln und Runkeln wie gehabt. Erst an einem tr├╝ben Herbsttag wurde es pl├Âtzlich hektisch und unruhig. Wir Kinder wurden warm angezogen, in Decken und Federbetten oben auf den Planwagen gepackt, zwei gute Pferde davor gespannt und auf der Chaussee reihten wir uns in einen langen Wagentreck ein. Die erste Etappe war nur kurz, wir ├╝bernachteten in Lappienen an der Gilge bei Verwandten (Onkel Erich Janz und Ehefrau Lieschen; im Hochzeitsbild K├Âpfe Nr. 31+33) – eher ein Abenteuer f├╝r uns Kinder. Am n├Ąchsten Morgen fuhren wir bis Gro├č Friedrichsdorf; wir Kinder blieben dort bei Onkel Gerhard Janz und Tante Ida (im Hochzeitsbild K├Âpfe Nr. 34 + 32) mit dem ersten Fuhrwerk. Unsere Mutter fuhr wieder nach Hause nach Kuckerneese, um mit Hilfe der Onkels und der Soldaten die K├╝he zu versorgen; es wurde diverses Vieh geschlachtet und eingekocht. Diese Speise-Gl├Ąser und andere brauchbare Sachen brachte sie dann mit dem 2. Wagen ebenfalls nach Gro├č Friedrichsdorf. Von dort ordneten wir uns in den n├Ąchsten Treck ein; jetzt begann allerdings eine l├Ąngere Fahrt.
├ťber mehrere Stationen fuhren wir im Treck bis zu Frischen Haff in die Gegend von Heiligenbeil zu einer Familie Spannenkrebs. Selbst von dort fuhr unsere Mutter nochmals nach Hause auf den Hof in Kuckerneese, um nach dem Rechten zu sehen und diverse Sachen zu holen. Nochmals verlebten wir eine sch├Âne, aber kurze Zeit bei den Spannenkrebs. Der Hof war voller Milit├Ąr und der zugewiesene Platz sehr eng. Trotzdem verstanden es die M├╝tter, uns noch ein sch├Ânes Weihnachtsfest zu bescheren. Es ist mir noch in sehr guter Erinnerung, und ich h├Ątte zu gerne gewusst, was aus dieser freundlichen Familie Spannenkrebs geworden ist.... lebt von ihnen noch jemand und kann sich an dieses Weihnachten 1944 erinnern?
Aber auch hier hie├č es Abschied nehmen. Wieder warm eingepackt und auf den Wagen gesetzt. Es war eisig kalt. Der Treck ging bis ans zugefrorene Frische Haff. Da es Nacht wurde, blieben wir am Ufer stehen. Das Eis war etwas abgesackt, so dass die Pferde im eiskalten Wasser standen. Am n├Ąchsten Morgen zog der Treck weiter. Ein jeder, der ├╝ber das zugefrorene Haff gefl├╝chtet war, wei├č um die Schicksale, die ├ängste und die Opfer: ├ťber uns die Feind-Flieger mit ihren Bordwaffen, rechts und links der Fahrstrecke eingebrochene Fuhrwerke. Unsere Mutter wollte uns Kinder vor diesen Anblicken bewahren und schickte uns immer wieder nach hinten auf den Wagen. Sie hatte auch genug mit dem Lenken der Pferde zu tun. Deutsche Soldaten zeigten ihr, wo sie fahren sollte; die Z├╝gel lagen fest in ihrer Hand. So kamen wir, ich muss sagen mit Gottes Hilfe, heil ├╝ber das Haff. Wir hatte es – im Gegensatz zu vielen anderen - wohlbehalten mit unseren zwei Fuhrwerken geschafft (das zweite wurde vom Onkel gelenkt).
Kaum zu glauben: An einem sch├Ânen Fr├╝hlingstag des Jahres 1945 kamen wir in Hinterpommern an. Doch dort hie├č es pl├Âtzlich: ÔÇ×die Russen sind da“. Das war sehr be├Ąngstigend f├╝r uns alle, besonders f├╝r die Frauen. Sie scharrten alle Kinder um sich und warteten ab. Dann st├╝rmten die ersten Russen in unsere Stube und suchten Wertsachen. Einer nahm Mutti's sch├Ânen gro├čen Kamm und betrachtete ihn sehr genau, um ihn dann einzustecken. Meine Mutter fasste Mut, zeigte auf ihr Haar (im Knoten geschlungen) und auf unsere langen M├Ądchenz├Âpfe und bat ihn, er m├Âchte ihr den Kamm doch belassen: Er lie├č sich erbarmen. Nun kamen aber die schrecklichen N├Ąchte, die russischen Soldaten suchten Frauen. Wir scharrten uns wieder um unsere Mutter, als die Soldaten sich Einlass verschafft hatten, und lie├čen tats├Ąchlich Mutter los. Danach schliefen wir einige N├Ąchte im Schweinestall.
Irgendwann wurde uns in Wusterwitz (im ehemaligen Kreis Schlawe/Pommern, heute Ostrowiec)ein kleines Quartier zugewiesen. Die Soldaten der Roten Armee beschlagnahmten das Gut - die Deutschen durften f├╝r geringe Gabe von Lebensmittel bei ihnen arbeiten. Meine Mutter hatte die Verantwortung f├╝r die ganze Familie, wir 4 Kinder, ihre eigene Mutter und die drei Geschwister unseres Vaters. Wir bettelten beim Bauern; wir lernten sogar Mundraub zu begehen. Obwohl Kleinigkeiten des Alltags, erzeugten diese G├Ąnge mit Mutter in uns Aufregung, besonders, wenn ich ÔÇ×Schmiere stehen“ musste, um Mutters ÔÇ×Gang“ zu besch├╝tzen. Die Einheimischen erbarmten sich oft unserer Situation. Einmal durften wir uns bei einer B├Ąuerin mit Sirupbroten satt essen. Das war f├╝r mich sch├Âner als Torte.
So verging das Jahr 1945. Unsere Oma Berta Zahn war gleich in den ersten Monaten in Wusterwitz an Typhus gestorben. Im Fr├╝hjahr 1946 entschloss sich Mutter, mit uns Kindern in den Westen zu gehen, w├Ąhrend unsere Onkels und die Tante nicht mitkommen wollten. So packte Mutter S├Ącke und Rucks├Ącke voll mit Kleidung, W├Ąsche und Federbetten, und wir fuhren nach Stettin ins Sammellager. Dort filzten uns die Polen,die ja schon seit einiger Zeit die russische Besatzung abgel├Âst hatten. ÔÇ×Sehr erleichtert“ wurden wir dann im Viehwaggons nach Schleswig-Holstein ins n├Ąchste Lager gebracht. Nach der Entlausung kamen wir nach Bosau am Pl├Âner See. Das Lager war im ehemaligen Tanzsaal des Gastwirtes Braatsch eingerichtet worden, der uns vollgestopft mit Fl├╝chtlingen entgegenstarrte. Der Gasthof ÔÇ×Zum Frohsinn“ existiert heute noch! Selbst in dieser Situation verstand es Mutti, immer etwas Essbares zu organisieren, so dass wir keinen Hunger leiden mussten. Wir Kinder gingen mit ihr zum Beeren sammeln, stoppeln, Holz und Pilze suchen. Wir badeten im Pl├Âner See und f├╝hrten ein freies und fast schon sorgloses Kinderleben.
Nach den Sommerferien meldete Mutter uns in der kleinen Dorfschule in Bosau an, damit wir nach 1,5 Jahren ohne Schulbildung endlich lesen und schreiben lernen sollten. Die Dorfkinder betrachteten mich sehr neugierig, und es war mir etwas unbehaglich und befremdend zugleich. Da meine Schulzeit dort nur kurz war, wurde ich mit ihnen nicht warm.
Um meinen Vater zu finden, hatte Mutter nat├╝rlich eine Suchaktion ├╝ber das Rote Kreuz beantragt. Und oh Wunder … er war nicht weit von uns entfernt. Als Soldat, aus Finnland kommend, befand er sich bereits bei seiner Schwester und seinem Schwager in Nortorf bei Neum├╝nster. Eines Tages nahm Mutter mich mit (die anderen drei Geschwister blieben im Lager bei Freunden), und wir fuhren mit dem Zug nach Nortorf. Vater wusste nichts von unserem Kommen, seine Schwester wohl. Als wir abends ankamen, war er schon zur Nachtschicht gegangen, und er kam sp├Ąt heim. Welch‘ eine gro├če ├ťberraschung und Freude, pl├Âtzlich seine Frau und mich wiederzusehen. Auch ich freute mich sehr. So fuhren wir dann zu dritt nach Bosau zur├╝ck; wir waren als Familie gl├╝cklich vereint. Nach einigem Suchen fand Vater auch Arbeit im Ort.
Soweit war also nun alles nach der Flucht und den Strapazen wieder in Ordnung, wir waren gl├╝cklich. Im Vergleich ging es manchen viel schlechter. Denn wir vier Kinder sp├╝rten ja nichts von den Problemen und N├Âten der Erwachsenen.

Der August 1946 war ein sch├Âner Sommer. Ich war 9 Jahre alt. Mutter fand viele Pilze in den W├Ąldern am Pl├Âner See, und sie brachte einen gro├čen Korb gesammelter Pilze mit. Auf dem gro├čen K├╝chentisch im Lager wurden sie geputzt und mit Zwiebeln zu einem guten Essen zubereitet. Die Frauen, die das sahen, warnten vor giftigen Pilzen, doch Mutter lie├č sich nicht beirren. Sie sagte, sie verstehe etwas von Pilzen und kenne sich aus. Aber zur Beruhigung k├Ânne man ja einen silbernen L├Âffel hineinlegen. Wenn der sich verf├Ąrbe, dann w├Ąren die Pilze giftig. Der L├Âffel blieb blank, die Mahlzeit duftete herrlich; es war reichlich vorhanden. So bekamen auch andere etwas ab. Meiner jungen Schwester (7) und meinem kleinen Bruder (5) schmeckte das Essen nicht, und so a├č Mutter auch noch deren Portion auf. Es reichte sogar f├╝r eine zweite Mahlzeit. Gegen Mitternacht wachte ich auf und musste mich ├╝bergeben. Mutter hielt mir den Nachttopf hin und sagte, dass es ihr auch schlecht gehe. Ich fiel wieder in einen tiefen Schlaf, um nach einiger Zeit mich wieder ├╝ber dem Nachttopf zu finden. So wiederholte es sich bis morgens um 6 Uhr. Dann holte man die Lagerschwester und die Lagerverwaltung. Einem anderen Jungen und M├Ądchen erging es ebenso. Ein Arzt war nicht zu erreichen, und man bestellte einen Krankenwagen. Er sollte uns ins Kreiskrankenhaus nach Eutin bringen. Aber die Zeit verging; wir kamen erst um 12 Uhr mittags dort an. Mutter setzte sich neben den Fahrer, wir drei Kinder sa├čen hinten. Unterwegs mussten wir uns mehrfach aus dem heruntergekurbelten Fenster ergeben. Im Krankenhaus wurde als erste Mutter der Magen ausgepumpt, dann uns drei Kindern. So gegen 14 Uhr kam ich zu Mutti ins Zimmer, sie schlief fest. Auch ich schlief ein, wie bewusstlos. So vergingen ein paar Tage. Bei kurzem Bewusstsein bemerkte ich, dass eine Krankenschwester meine Mutter samt Laken auf dem Arm hinaustrug. Wie viel Zeit verging, wei├č ich nicht mehr. Mein Vater mit den j├╝ngeren Geschwistern hat nur wenig dieser Pilz-Mahlzeit zu sich genommen; sie wurden ein paar Stunden sp├Ąter ins Krankenhaus nach Neustadt gebracht. Eines Tages kam mein ├Ąlterer Bruder Siegfried (12) zu Besuch. Er war beim Pilzessen nicht im Lager, sondern in einem Erholungsheim. Er fragte, ob ich sein P├Ąckchen mit den Keksen erhalten h├Ątte. Leider nicht. Er war sehr still und blieb nicht lange. Dann kamen noch ein paar Herren und begr├╝├čten mich. Aber das ging alles sehr schemenhaft an mir vorbei, denn ich war immerzu m├╝de. Irgendwann wurde es besser, und das P├Ąckchen wurde mir ├╝berreicht. Gerne wollte ich Mutter Kekse bringen. Die Schwester hatte auf meine Frage, wo meine Mutter denn geblieben sei, geantwortet ÔÇ×sie liegt in einem anderen Zimmer, denn dort ist es ruhiger“. Aber Kekse d├╝rfte sie noch nicht essen. Bei einer Visite fragte der Arzt beim Rausgehen ÔÇ×hat es ihr noch niemand gesagt?“ So kam sp├Ąter eine Schwester zu mir ans Bett, nahm meine Hand und sagte ÔÇ×Deine Mutter lebt nicht mehr, sie ist jetzt im Himmel bei den Engeln“. Ich war wie erstarrt; als ich wieder allein war, lie├č ich den Tr├Ąnen freien Lauf und konnte es nicht fassen.
Nachdem ich aufstehen durfte, erkl├Ąrte man mir wo Mutters Grabstelle gelegen sei. Der Friedhof lag am Hangoberhalb des Krankenhauses. Ein Junge aus unserem Krankenzimmer durfte mitgehen; wir pfl├╝ckten Wiesenblumen und legten sie auf ihr Grab. Ich konnte das damals alles nicht glauben, und frage mich noch heute, wie mein Vater und meine Geschwister das ertragen haben. Siegfried, unser ├Ąltester Bruder war der einzige, der gesund an Mutters Beerdigung teilnehmen konnte.
Jetzt im Alter erz├Ąhlte mir meine Schwester, wie sehr alle darunter gelitten h├Ątten.
Im Sommer 1947 ging Vater mit Siegfried auf Empfehlung nach Vlotho in Westfalen, um bei einem Bauern zu arbeiten. Uns drei andere holte er aus den verschiedenen Kinderheimen, in die wir als Halbwaise in Schleswig-Holstein verteilt waren, nach und brachte sie uns bei guten Leuten als Pflegekinder unter. Wir sahen uns nur an den Sonntagen, und so wuchsen wir zu Teenagern allein heran.
Hier endet meine Geschichte ├╝ber unsere sch├Âne Heimat und die Flucht mit all den Erlebnissen.

Eingereicht von Renate Lehmann geb. Janz, im Jahre 1937  in Skuldeinen/Ostpreu├čen und Tochter Anita Eichner: a.a.eichner@t-online.de> wohnhaft in Vlotho
Kartenausschnitt: Blochplan Nord-Ostpreu├čens Norden

1933-10-10_Hochzeitsfoto_Martha+Walter-Janz

Hochzeitsfoto vom 10.10.1933 auf dem Hof des Eduard Janz (Kopf-Nr. (14), Skuldeinen Nr. 6 in der Niederung (ab 1938 Elchniederung benannt). Prediger Fritz Mohn (Kopf-Nr. (13)) vollzog die mennonitische Trauung.
Hochzeitspaar (vorne Mitte): Martha Janz geb. Zahn (Kopfnummer (15) und Walter Janz (Kopfnummer (16) = meine*) Eltern)
[*) Alle nachfolgenden Verwandtschaftsgrade werden aus der Position der Einreicherin, Frau Renate Lehmann, 1937 geb. Janz in Skuldeinen/Ostpreu├čen, bezeichnet, also Onkel, Tante usw.)

Hochzeit-Skul

Vordere Kinderreihe v.l.n.r.:
(9) Eva Janz (Tochter meines Onkels Otto (21) & meiner Tante Lenchen Janz (10))
(1) Cousine Ruth Janz (Tochter meines Onkels Otto (21) & meiner Tante Lenchen Janz (10))
(2) Cousine Edith Janz (Tochter meines Onkels Emil (12) & meiner Tante Paula Janz (11))(3) Cousin Paula Janz (Tochter meines Onkels Adolf (20) & meiner Tante Magda Janz (19))
(4) Eva Strietzel (Nichte meiner Mutter Martha Janz (15))
(5) Ilse Goetzke (Nichte meiner Gro├čmutter Maria Janz v├Ąterlicherseits – nicht im Foto, da 1925 verstorben)
(6) Marie Luise Janz (Tochter meines Onkels Adolf (20) & meiner Tante Magda Janz (19))
(7) Christel Janz (Tochter meines Onkels Willi (39) & meiner Tante Ida Janz (37))
(8) Johannes Janz (Sohn meines Onkels Adolf (20) & meiner Tante Magda Janz (19))

2. Reihe (v.l.n.r.):
(10) Tante Lenchen Janz (Ehefrau meines Onkel Otto (21))
(11) Tante Paula Janz (Schwester meines Vaters (16))
(12) Onkel Emil Janz (Ehemann meiner Tante Paula (11))
(13) Prediger Fritz Mohn (von der mennonitischen Kirche, die meine Eltern besuchten)
(14) Eduard Janz (mein Gro├čvater v├Ąterlicherseits; Landwirt, *15.08.1858; ÔÇá10.08.1936 und
       Ehefrau Maria geb. Goetzke (*09.01.1860; ÔÇá1925 – nicht im Foto, da 1925 verstorben)
(15) Martha Janz (meine Mutter)
(16) Walter Janz (mein Vater)
(17) Bertha Zahn (meine Gro├čmutter m├╝tterlicherseits)
(18) Otto Zahn (mein Gro├čvater m├╝tterlicherseits)
(19) Tante Magda Janz (Schwester meines Vaters (16))
(20)Onkel Adolf Janz (Ehemann meiner Tante Magda (20))

3. (hintere) Reihen (v.l.n.r):
(21)       Onkel Otto Janz (Bruder meines Vaters (16))
(22)Onkel Albert Janz (Bruder meines Vaters (16))
(23)Unbekannt
(24)Unbekannt
(25)Unbekannt
(26)Tante Betty Janz (Schwester meines Vaters (16))
(27)Unbekannt
(28)Unbekannt
(29)Onkel Johannes Janz (Bruder meines Vaters (16))
(30)Unbekannt
(31)       Onkel Fritz Janz (Bruder meines Vaters (16))
(32)Unbekannt
(33)Tante Lieschen Janz (Ehefrau von Onkel Erich (35))
(34)Onkel Gerhard Janz (Bruder meines Vaters (16))
(35)Onkel Erich Janz (Bruder meines Vaters (16))
(36)Unbekannt
(37)Tante Ida Janz (Ehefrau von Onkel Willi (39))
(38)Unbekannt
(39)Onkel Willi Janz (Bruder meines Vaters (16))
(40)Unbekannt
(41)       Unbekannt
(42)Cousin Werner Janz (Sohn von Onkel Adolf (20) & Tante Magda Janz (19))
(43)Unbekannt
(44)Unbekannt
(45)Unbekannt
(46)Cousin Herbert Janz (Sohn von Onkel Adolf (20) & Tante Magda Janz (19))
(47)bis (54) Unbekannt

Aus dem Familienalbums meines Bruder Siegfried:
Meine Gro├čeltern (v├Ąterlicherseits)
Janz, Eduard (Landwirt, *15.08.1858; ÔÇá10.08.1936) und Ehefrau Maria geb. Goetzke (*09.01.1860; ÔÇá1925) hatten zw├Âlf Kinder, neun Jungs und drei M├Ądchen ((Nr) im Hochzeitsbild):

Gerhard (34):       * 07. Januar 1884
Willi (39):             * 10. Oktober 1885
Erich (35):            * 20. November 1887
Magda (19):         * 21. November 1888
Ewald:                  * 1890, als Kleinkind gestorben
Paula (11):           * 08. April 1891
Johannes (29):     * 15. Dezember 1893 (Schneidermeister)
Fritz (31):             * 21. April 1895 (kinderlos)
Otto (21):             * 20. September 1898
Albert (22):          * 06. November 1899
Betty (26):           * 04. August 1901 (kinderlos)
Walter (16):         * 07.August 1903; ÔÇá2.Oktober 1969 (mein Vater)
Somit konnte der bisherige Interneteintrag Skuldeinen erg├Ąnzt und korrigiert werden.

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