Zu den nachfolgend genannten Persönlichkeiten, die ehrenamtlich für unsere Kreisgemeinschaft tätig sind oder waren findet man hier Berichte:
Manfred Allies, Dr. Günter Spilgies, Wolfgang Nienke, Ruth Rehn, Erich Sperber, Siegfried Dietrich, Ruth Wohldeit,
Dieter Wenskat, Irmgard Fürstenberg
Helfen Sie mit die Seite zu vervollständigen, wenn Sie Informationen oder Fotos zu diesen Persönlichkeiten haben.
Der redliche Ostpreuße Manfred Allies
Für die Ostpreußen und besonders für die Elchniederunger hat sich Manfred Allies aus Kuckerneese in den vergangenen Jahren uneigennützig für die Gemeinschaft engagiert. Er hat viele Jahre das Kirchspiel Kuckerneese / Kaukehmen und in den letzten Jahren dazu auch noch das Kirchspiel Skören in der Delegiertenversammlung der Kreisgemeinschaft Elchniederung vertreten. In der Delegiertenversammlung war er stellvertretender Vorsitzender. Weiterhin hat er in mehreren Wahlperioden die Funktion des Kassenprüfers wahrgenommen. Die umfangreichste Aufgabe von Manfred Allies war die Führung der Heimatkartei, die er von den Kartenaufzeichnungen auf EDV übertragen hat. Sein Ziel war die EDV-Kartei für die rd. 60 000 Personen noch fertig zu stellen, was er durch seine ganztägige Arbeit auch erreicht hat. Viele Mitglieder kennen Manfred Allies von Gesprächen und vom Schriftverkehr als einen hilfsbereiten Landsmann, für den die menschlichen Werte obenan stehen. In seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, die er mit persönlichem Engagement durchgeführt hat, wurde er von seiner Frau Hannelore tatkräftig unterstützt. Manfred Allies hat seine Mitarbeit in der Kreisgemeinschaft Elchniederung aus Gesundheitsgründen aufgeben müssen. Damit ist eine Wohnsitzverlagerung nach Berlin verbunden. Vor dem Umzug hat der damalige Kreisvertreter noch Manfred Allies und dessen Frau Hannelore in deren Haus in Buchholz aufgesucht und dem langjährigen Funktionsträger Manfred Allies für seine Heimatverbundenheit und besonderen Verdienste um den Erhalt sowie Pflege der kulturellen Werte in unserer Kreisgemeinschaft Elchniederung Dank und Anerkennung ausgesprochen. Dieses wurde auch in einer Urkunde zum Ausdruck gebracht.
Hans-Dieter Sudau aus Heimatbrief Nr. 39 von 2004
Aus dem Bericht zur Ehrung von Manfred Allies während des Heimattreffens in Berlin 2008
Beim Deutschlandtreffen in Berlin ergab sich die Gelegenheit, unserem vormaligen Kreisvertreter, Hans-Dieter Sudau und unserem früheren Kirchspielvertreter von Kuckerneese und Heimatkreisdatei - Bearbeiter, Manfred Allies. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde für ihren Einsatz in der Kreisgemeinschaft Elchniederung zu danken und sie mit der silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreußen zu ehren. Diese Ehrennadel wurde auch unserem leider viel zu früh verstorbenen langjährigen Geschäftsführer und Kreisvertreter Reinhold Taudien postum im Kreis seiner Familie verliehen. Diese Ehrung verband unser Kreisvertreter Manfred Romeike mit folgenden Dankesworten: ”Als sich die Kreisgemeinschaft Elchniederung im Jahr 1993 in einer kritischen Phase befand, hat sich Hans - Dieter Sudau mit viel Elan und Verantwortungsbewusstsein als Kreisvertreter und Vorstandsvorsitzender zur Verfügung gestellt. Durch sein vielfältiges Engagement konnte er wieder das Interesse und Vertrauen unserer Landsleute erwecken, so dass die Arbeit der Kreisgemeinschaft trotz der altersbedingten Entwicklung ihrer Mitglieder wieder auf einem soliden Fundament stand. Ebenso wie Hans - Dieter Sudau hat sich auch Manfred Allies um die Kreisgemeinschaft Elchniederung verdient gemacht. Er hat sich viele Jahre als Kirchspielvertreter für das Kirchspiel Kuckerneese, als Kassenprüfer und Heimatkreisdatei - Bearbeiter engagiert und verdient gemacht. Insbesondere der Aufbau der Heimatkreis - Datei ist ein großes Verdienst. Durch das Vorhandensein dieser Datei sind wir heute in der Lage, Familiennachrichten, insbesondere Geburtstagslisten, sowohl im Heimatbrief als auch in der PAZ (Ostpreußenblatt) zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist es möglich, unseren Mitgliedern auch persönliche Glückwünsche zu hohen Geburtstagen senden zu können. Diese Datei mit ihren rund 60.000 Datensätzen ist ein fast unerschöpflicher Fundus zu Zwecken der Familienforschung. Auch Einwohnerlisten einzelner Orte und der Kirchspiele, ja des ganzen Kreises können mit dieser Datei erstellt werden. Die auch heute noch relativ große Zahl der Heimatbrief - Empfänger ist ein Ergebnis dieser wahren Sisyphusarbeit. Dies alles ist, wenn wir uns mit anderen Kreisgemeinschaften vergleichen, nicht selbstverständlich. Manfred Allies hat in der Vergangenheit bei jedem Treffen seine Elchniederunger Landsleute wieder und wieder befragt. Er hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine vollständige Einwohnerdatei des Kreises Elchniederung zu erstellen. Dass dieses Ziel nicht vollständig erreicht werden konnte, lag in der Natur der Sache und war ihm sehr wohl bewusst. Jedoch ist er seinem Ziel erstaunlich nahe gekommen. Dafür sei ihm an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Als Zeichen unseres Dankes überreichen wir Manfred Allies hiermit die “Silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreußen” und wünschen ihm alles Gute und persönliches Wohlergehen.“
Aus Heimatbrief Nr. 48 Weihnachten 2008
Unser neuer Webmaster stellt sich vor:
Ich heiße Horst Wolfgang Nienke und wurde 1937 im sog. Postlerhaus in Herdenau (Kallningken) Kreis Elchniederung geboren. Mein Vater Fritz stammte aus Schakendorf (1900 – 1963) und meine Mutter Herta geb. Petrick aus Jündszen Kreis Heydekrug (1906 – 1975). Alle anderen Vorfahren stammten im Wesentlichen aus dem Kreisen Elchniederung und Heydekrug. Meinen detaillierten Lebenslauf sowie meine Ahnentafel können Sie auf meiner persönlichen Internetseite www.w-nienke.de lesen. Nachdem das Memelgebiet (1939) wieder zu Deutschland gehörte, zogen meine Eltern nach Heydekrug, wo mein Vater als Postbeamter arbeitete. Mein Vater wurde allerdings sehr bald zur Feldpost eingezogen. Als die Front 1944 immer näher rückte bemühte sich meine Mutter um die Evakuierung. So kamen wir bereits im August 1944 mit dem Zug nach Heiligenbeil und dann Ende August 1944 weiter nach Stöntzsch bei Pegau in Sachsen. 1948 zogen wir arbeitsbedingt nach Köthen/Anhalt. Nach Ende der Grundschule lernte ich den Beruf eines Maschinenschlossers, dann ging ich 1955 – 1957 freiwillig zur Kasernierten Volkspolizei, die 1956 in die Nationale Volksarmee umgebildet wurde. Von 1958 bis 1961 studierte ich Fördertechnik in Roßwein/ Sa. Danach arbeitete ich als Konstrukteur im Baggerbau und machte in dieser Zeit ein Fernstudium zum Schweißingenieur. 1964 wechselte ich die Firma (SKL Magdeburg Dieselmotoren und Chemieanlagen – 8.500 Beschäftigte) und war noch kurze Zeit als Konstrukteur tätig, ging dann aber in die Organisations- und Datenverarbeitung. Hier war ich später Abteilungs- und Hauptabteilungsleiter. Mein 2. Fernstudium von 1975 bis 1980 an der TH Magdeburg konnte ich mit dem Abschluss als Dipl.- Ing.-Ökonom beenden. Nach der Wende arbeitete ich noch bis 1995 im DEBIS-Systemhaus als Softwareberater für SAP-Produkte. Seit 1963 bin ich verheiratet. Mit meiner Frau Karin, die ständig mitgearbeitet hatte, haben wir zwei Kinder aufgezogen, haben zwei Enkel und haben seit Mai 2010 unseren 1. Urenkel. Als DDR- Bürger hatten wir fast gar nicht über unsere ehemalige Heimat geredet, es war ein Tabu. Deshalb kann ich über Details meiner Heimat recht wenig berichten. Lediglich an Heydekrug habe ich recht gute Erinnerungen, denn dort wurde ich 1944 noch eingeschult. Zwischenzeitlich war ich mit meiner Frau mehrmals in Ostpreußen. Allerdings meist nur im Memelgebiet, da man dorthin ohne Visum einreisen kann. Sehr bedauerlich für mich ist z.B. auch, dass ich unser ostpreuisches Platt nicht gelernt hatte. Lediglich einige Sprüche aus Erzählungen meiner Eltern sind mir im Gedächtnis haften geblieben. So z.B. der Satz, den ein Saufkumpan seinem Freund zurief als dieser nach Querung eines zugefrorenen Flusses eingebrochen war: „Faohr wohl lever Broader, weer wandle hier oak nech opp Rose!“ Langeweile hatte ich nach Eintritt in das Rentenzeitalter nie, denn ich bin vielfältig ehrenamtlich tätig: Vorsitzender einer Garagengemeinschaft, Vorsitzender eines Kleingärtnervereins, Führungen am Wasserstraßenkreuz Magdeburg für den Freundeskreis WSK bei der URANIA Magdeburg, Pflege von 3 verschiedenen Homepages, Admin im Rahmen des Bildarchivs Ostpreußen, Englischkurs und Besuch eines Fitnessstudios. Natürlich freue ich mich über die neueste Aufgabe – unsere Internetseite und wünsche mir, dass Sie aktiv an seiner Gestaltung teilhaben.
Ehrung für Ruth Rehn!
Ruth Rehn betreut die Heimatgruppe Elchniederung in Hamburg seit Mai 1998.
Als Ruth Kasper wurde Frau Rehn am 27.12. 1927 in Deschen bei Heinrichswalde im Kreis Elchniederung geboren. Getauft in Heinrichswalde, dort wurde sie am 6. April 1942 auch konfirmiert.
Die Volksschule besuchte sie in Grünbaum, da es für 310 Dorfbewohner keine Schule gab. Nach dem üblichen Landjahr musste die Familie im Oktober 1944 die Heimat verlassen. Unter sehr vielen Schwierigkeiten kamen sie auf der Halbinsel Peyse an. Dort war die Flucht vorerst zu Ende. Über Königsberg ging es wieder nach Hause zurück, und dort mussten sie bei den Sowjets für 400 Gramm Brot täglich arbeiten. Alte und kranke Menschen bekamen nichts.
Erst 1948 wurden sie nach Mitteldeutschland ausgewiesen, konnten aber 1954 über Schleichwege nach Westberlin. Im Jahre 1957 zogen sie nach Hamburg
Beruflich hatte sie ein schweres Los gezogen. Als Elektro-Schweißerin hatte sie gearbeitet und ist bis zur Kolonnenführerin aufgestiegen.
Aber es war immer noch Zeit für die Betreuung der Elchniederunger. Sie organisierte Vortragsreihen, Kaffeenachmittage und Fahrten mit der Gruppe.
In Würdigung ihrer langjährigen Arbeit für die Elchniederunger in Hamburg überreichen wir Ihnen die Silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreußen.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010
Ehrung für Erich Sperber!
Erich Sperber wurde am 11.06. 1926 in Kussenberg (früher Packus) geboren. Dort wurde er auch im April 1935 eingeschult. Nach dem Umzug im Jahre 1940 nach Rauterskirch (Lappienen) konnte er an der Hermann-Göring-Schule 1943 seinen Abschluss machen und im April die Tischlerlehre beim Tischler Kukuk in Seckenburg antreten. Dieser Weg entlang der Gilge von Rauterskirch nach Seckenburg wurde nicht täglich zurückgelegt, sondern beim Lehrmeister gab es eine Kammer für den Stift Sperber.
Zur Hitlerjugendzeit gab es zusätzliche Arbeit, mit Panzer- und Schützengräben schaufeln, erst in Litauen und später in Polen. Die Front kam immer näher und im Oktober begann die Flucht aus der Elchniederung im
Schleppkahn über die Gilge.
Herr Sperber musste für den Volkssturm zurück nach Rauterskirch. Dort bekam er Weihnachten 1944 die Nachricht, dass seine Mutter schon in Pommern ist. Am 9. Februar 1945 war die Sowjetarmee da.
Nun begann der lange Weg bis Lüchow-Dannenberg.
Durch Busreisen in den Jahren 1994 - 1997 hat er Ursula Plischkauskene kennengelernt. Über ihr Schicksal wurde gesprochen, so entstand eine Freundschaft, die bis heute dauert. Herr Sperber unterstützte sie bei der Reparatur ihres Hauses. Es wurden Fenster, Türen und Außenverkleidung erneuert. Später wurde auch das Kinderheim von Schwester Barbara (vom Puschendorfer Orden) in Heinrichswalde in 8 Wochen hergerichtet. Nun folgte das Haus von Tatjana Botscherova, sie ist die Vorsitzende der Frauengruppe in Heinrichswalde (Slawsk). Alle Arbeiten wurden zum Selbstkostenpreis und aus Liebe zur Heimat Elchniederung ausgeführt.
In Würdigung seiner außergewöhnlichem Leistungen und seines Einsatzes für Ostpreußen verleiht die Landsmannschaft Herrn Erich Sperber die Silberne Ehrennadel.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010
Ehrung für Siegfried Dietrich!
Siegfried Dietrich wurde am 25.08. 1933 in Tilsit geboren und wuchs bei seinen Großeltern in Motzfelde auf. Am 14.10. 1944 begann die Flucht, die ihn dann über verschiedene Wege Ende März 1945 nach Bühren bei Wildeshauseni.O. führte. Dort beendete er seine Schulzeit, machte die Ausbildung zum Landwirt und war dann weiter als solcher praktisch tätig.
Sein beruflicher Weg führte ihn dann nach freiwilliger Bundeswehrzeit an die Landmaschinenschule bei Wunstorf, später Nienburg/Weser, wo er als Fahrlehrer und landtechnischer Lehrer in der Erwachsenen-Ausbildung bis zu seiner Pensionierung 1993 beschäftigt war.
Als Kirchspielvertreter für das Kirchspiel Pokraken/Weidenau ab 1995 hat er zahlreiche Anfragen beantworten können bzw. war bei Problemlösungen behilflich.
Den Bildband Neukirch-Weidenau hat er zusammen mit Günter Bartel erstellt. Für seine Beiträge bei den Delegiertenversammlungen sagen wir herzlichen dank. Seine Hobbys sind die Fotografie und die Ausfahrten und Reparaturen seines Oldtimer-Motorrades.
In Würdigung seiner Leistungen und seines Einsatzes für die Elchniederung verleiht die Landsmannschaft Ostpreußen Herrn Siegfried Dietrich die Silberne Ehrennadel.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010
Vorstellung der Kirchspielvertreterin von Inse und Karkeln Ruth Woldeit
Ruth Woldeit, Kirchspielvertreterin von Inse, Loye, Tawe und Karkeln. Am 4. Mai 1996 bin ich, Ruth Woldeit, in Steinhude zur Kirchspielvertreterin von Inse und 2009 auch von Karkeln gewählt worden. Ich bin am 31.07.1929 in Tawe geboren. Mein Vater, Friedrich Woldeit, war selbständiger Schmiedemeister. Meine Mutter, Anna Woldeit geb. Hornig, kam aus Liebenfelde, wo ihre Eltern einen Bauernhof hatten. Wir Kinder, ich habe noch zwei Schwestern und einen Bruder (er wird heute noch vermisst), waren immer in den Sommerferien bei den Großeltern. Von 1936 – 1944 besuchte ich die Volksschule in Tawe. Am 10. April 1944 wurde ich in Kreuzingen konfirmiert, somit ergab es sich auch, dass ich am 1.Mai 1944 mein Pflichtjahr in Kreuzingen beginnen konnte. Im Juli kamen die ersten Trecks von Tilsit. Ich bin im Oktober mit Frau Amelong Fortsetzung der Reihe und ihren fünf Kindern zuerst nach Schönbaum bei Danzig mit dem Zug herausgekommen. Da sie fünf Kinder hatte, konnte sie schon früher ausreisen. Im März kamen wir mit dem Schiff „Mars – Bremen“ nach Dänemark, Hörup - Klint. Bis August 1947 waren wir da interniert. Von da aus kam ich nach Hagen/Westfalen, wo ich mich dann weiterbilden konnte. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war ich in namhaften Firmentätig. Ab Juli 1992 war ich siebenmal in Ostpreußen. Vom Schicksal vertrieben, habe ich mir in Dortmund ein kleines Häuschen geschaffen. Hier bin ich jetzt zu Hause, aber meine Heimat ist das Kurische Haff und Ostpreußen.
Ruth Woldeit Schotteweg 23 44379 Dortmund Tel. 0231-760160 rwoldeit@t-online.de (Heimatbrief Nr.54)
Vorstellung des Kirchspielvertreters von Kuckerneese und Skören - Dr. Günter Spilgies
Die Aufgaben des Kirchspielvertreters für das Kirchspiel Kuckerneese hat bisher Wolfgang Klemens kommissarisch neben seinen Aufgaben für das Kirchspiel Skören wahrgenommen. Aus persönlichen Gründen hatte Wolfgang Klemens die zusätzlichen Aufgaben für Kuckerneese abgegeben. Daher wurde am 26.09.2009 auf der Mitgliederversammlung der Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. in Bad Nenndorf für das Kirchspiel Kuckerneese als neuer Kirchspielvertreter Dr. Günter Spilgies gewählt:
Ich möchte mich hiermit vorstellen. Am 04. April 1938 bin ich auf dem Hof meiner Eltern Ilka Spilgies, geb. Wedler (1913-2001) und Herbert Spilgies (1903- 1950) in Baltruscheiten K. (später Balten), Kr. Elchniederung geboren. Ich gehöre damit noch zu der „Erlebnisgeneration“. Im Herbst 1944 bin ich genau einen Tag in der Schule in Balten zur Schule gegangen. Am 12. Oktober 1944 begann die Flucht, die zunächst bis ins Samland ging. Am 28. Januar wurden wir von der russischen Front nördlich von Königsberg überrollt, und nach langen Wanderungen gelangte die Familie mit Mutter, Großmutter und 5 Kindern schließlich nach Nemonien am Kurischen Haff, wo wir die Zeit bis zur Aussiedlung nach Thüringen (29. September bis 12. Oktober 1948) überlebten. Die Flucht endete am 5. November 1948 nach Überschreiten der Zonengrenze in Thüringen. Schulzeit in Dörverden, Krs. Verden und in Verden, davon ein Jahr als Austauschschüler in den USA. Nach dem Abitur Wehrdienst und Studium der Physikin Bonn, Hannover und Darmstadt. 28 Jahre Berufstätigkeit in der Polymer- und Faserforschung in der chemischen Industrie. Seit Oktober 2000 bin ich pensioniert. Ich bin verheiratet mit Lore Spilgies, geb Zackariat. Wir haben 3 Söhne, die in München und Aachen wohnen.
Nach der Maueröffnung haben wir die Heimat mehrmals besucht, zunächst in Gruppenreisen, dann mit dem Fahrrad und mit eigenem Auto. Durch die Mitarbeit am Bildarchiv-Ostpreussen habe ich viele Kontakte zur Kreisgemeinschaft Elchniederung bekommen, daraus resultiert dann auch der Vorschlag, die Aufgaben des Kirchspielvertreters für das Kirchspiel Kuckerneese zu übernehmen.
Seit 2011 hat er zusätzlich die Vertretung des Kirchspiels Skören übernommen und gleichzeitig übernahm er die Funktion des Vorsitzenden der Delegiertenversammlung.
Dieter Wenskat, Kirchspielvertreter von Kreuzingen und Gowarten (Aus Heimatbrief Nr.54 Dezember 2011)
Der Krieg war vor einem Monat und 5 Tagen für beendet erklärt worden. Da wurde Dieter Wenskat ca. 1000 km von Gerhardsweide, Kreis Elchniederung, entfernt in Elmshorn, Schleswig-Holstein, am 13. Juni 1945 geboren, wo seine Mutter mit ihrem Sohn Walter und den Eltern Albert und Mathilde Kamann geb. Müller nach der Flucht in einem 15,00 m² Zimmer eingewiesen waren. Seinen Vater hat er bis heute nicht kennen gelernt, er sucht ihn heute noch. In Klein Offenseth-Sparrieshoop hatte Opa Kamann fast die gleiche Moorgegend wie in Liedemeiten, wo er von seinem kleinen Hof flüchten, musste gefunden. (Er sagte nicht Gerhardsweide, den Namen hatte Hitler seiner Heimat gegeben, und der gefiel ihm nicht.) Hier im Moor, zwei Kilometer vom Dorf, entfernt hat Dieter Wenskat viel über die Heimat von den Großeltern erzählt bekommen. Allerdings lernte er auch hier, was es heißt Flüchtling zu sein. Es waren nicht alle freundlich zu den Flüchtlingen. Seine Mutter, die in Ostpreußen bei der Eierverwertung in Kreuzingen gearbeitete hatte, bekam schnell eine Arbeit in einer Gärtnerei und Opa Kamann überzeugte die Bauern von seiner Art Drainagen zu bauen, so wie er in Ostpreußen Moorwiesen trockengelegt hat. Es laufen heute noch Drainagen, die er hier vor 65 Jahren verlegt hat. Als er 8 Jahre alt war starben seine Großeltern, die ihn bisher groß gezogen hatten. Von Ihnen hatte er nicht nur die ostpreußische Sprache gehört, sondern auch viel wie es vor dem Krieg in der Heimat war. Ihre Vorfahren hat er zurückverfolgt bis 1734, wobei er auch auf die Namen Ansas Broszeit und Johann Sudau stieß. Von Mathilde Müller gibt es Aufzeichnungen ab 1799. 1952 kam er zur Schule und nachmittags zu einem Bauern. Da wurde nur Holsteiner Platt gesprochen, aber es gab zu Essen und er hatte einen Spielkameraden. Mit dem Sohn des Bauern hat er dann das Moor unsicher gemacht. Nach der Hauptschule, die er von 1952 bis 1961 besuchte, lernte er Maurer und wurde 1964 Geselle.1965 kam er zur Bundeswehr, verließ sie wegen eines Bandscheibenschaden jedoch nach einem ½ Jahr wieder. Nun wurde er zu einem der ersten staatlichen geprüften Bautechniker an der Hamburger Bauschule ausgebildet. Ab 1968 arbeitete er als Bauleiter im Hoch-und Tiefbau. 1968 heiratete er auch seine Heidi, geb. Krohn, mit ihr hat er Sohn Stefan, 1969 geboren, und Tochter Meike, 1970 geboren. Mit Heidi ist er heute noch verheiratet. Sie begleitet ihn immer in seiner Tätigkeit als Kirchspielvertreter für Gowarten und Kreuzingen und arbeitet beim Bücherverkauf der Elchniederung gerne mit. In Abendkursen macht er dann Ende1971 seinen Maurermeister. Vor der Handwerkskammer Lübeck. Ab 1974 arbeitete er als Bauleiter bei Architekten. Als Oberbauleiter hat er dann mehrere Krankenhaus -Gewerbe;- und Wohnprojekte bauen lassen. 1998 war sein größtes Projekt, der Rückbau einer Kaserne in Itzehoe, beendet. Hier befindet sich heute das Café Königsberg Ostpreußen, wo es die Original Königsberger Marzipan-Torte gibt. 2001 wurde er als Schwerbehinderter in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war von 1975 bis 2003 als Gemeindevertreter in Klein-Offenseth-Sparrieshoop aktiv, davon war er 20 Jahre stellv. Bürgermeister und als Amtsausschussmitglied tätig. Nachdem ihn im Jahr 2007 seine Vettern fragten, ob er als nachgeborener Ostpreuße nicht die Nachfolge von Linda Maihack als Kirchspielvertreter für Gowarten und Kreuzingen übernehmen wollte, war er schon mehrmals mit Linda Maihack und den Vettern in Ostpreußen, welches er jetzt ja auch selbst kennen gelernt hatte und nicht nur von den Erzählungen her kannte. Im selben Jahr wurde er dann von Mitgliedern der Kirchspiele auch gewählt. Als Vorsitzender des Schützenvereins Wilhelm Tell und Vorsitzender des örtlichen Sozialverbands Deutschland hat er sehr fundierte Kenntnisse des Vereinswesens, diese bringt er gerne in die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. ein. Durch seine Tätigkeit als Orts-, Kreis- und Landesseniorenbeiratsmitglied hat er nun auch eine zusätzliche Verbindung zu den Senioren in Nordostpreußen als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Senioren in Selenogradsk (Cranz). Hier arbeitet er an der Idee, wenn wir unser Ostpreußen nicht wieder bekommen können, dann wollen wir es aber mindestens wieder nach Europa zurückholen. Wir können nicht vergessen aber verzeihen, denn wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Wenskat, Dieter dieter.wenskat@gmx.de
Vorstellung des Kirchspielvertreters von Weidenau - Siegfried Dietrich
Siegfried Dietrich ist seit 1995 Vertreter für das das Kirchspiel Weidenau (Pokraken), hier für die im Kreis Elchniederung liegenden Ortsgemeinden, und ab 2007 auch für die im Kreis Tilsit-Ragnit liegenden Ortsgemeinden, deren Einwohner bislang von der Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit betreut wurden. Diese Teilung des Kirchspiels kommt daher, dass 1896 mit dem Bau der Kirche in Pokraken (Weidenau) dann das neue Kirchspiel beide Landkreise berührte. 1991 und 1996 besuchte er seine Stammheimat. In seiner bisherigen Zeit als Kirchspielvertreter hat er zahlreiche Anfragen aus dem Kirchspiel Weidenau (Pokraken) beantworten können bzw. war bei Problemlösungen behilflich. Für den Bildband „Elchniederung“ konnte er zahlreiche Fotos aus alter und neuerer Zeit beisteuern und hat im Heimatbrief auch mehrere Beiträge veröffentlicht. Gern bringt er sich in die Arbeit und Aufgaben der Kreisgemeinschaft ein und steht dieser auch mit Rat und Tat bei. Er wurde am 25.8.1933 in Tilsit geboren und wuchs bei seinen Großeltern in Motzfelde, Kreis Elchniederung, auf, bis am 14.10.1944 die Flucht begann, die ihn dann über verschiedene Wege Ende März 1945 nach Bühren bei Wildeshausen i.O. führte. Dort beendete er seine Schulzeit an einer Dorfschule, machte die Ausbildung zum Landwirt und war dann weiter als solcher praktisch tätig. Sein beruflicher Weg führte ihn nach freiwilliger Bundeswehrzeit an eine DEULA-Landmaschinenschule bei Wunstorf, später Nienburg/Weser, wo er als Fahrlehrer und Landtechnischer Lehrer in der Erwachsenenausbildung bis zu seinem Ruhestand 1993 tätig war. Mit seiner Frau baute er sich in Marklohe 1970 ein Wohnhaus und dort wuchsen auch seine beiden Kinder auf. Seit 2005 ist er verwitwet. Sein Hobby ist sein Oldtimer-Motorrad und die Fotografie. Als Lesestoff bevorzugt er historische und zeitgenössische Sachbücher, vertieft sich aber besonders gern in die Bücher von Hermann Sudermann und Ernst Wiechert.
Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf
Irmgard Fürstenberg, eine unserer rührigsten Kirchspielvertreterinnen, ist nunmehr seit 1996 als Kirchspielvertreterin für das Kirchspiel Groß
Friedrichsdorf tätig. Geboren wurde sie am 06.07.1929 in Tilsit, wuchs in Groß Friedrichsdorf auf und erlebte nach dem Kriege bis 1948 die Schreckensherrschaft der Sowjets in Ostpreußen. Nach der Vertreibung aus ihrer Heimat landete sie in der „SBZ“, der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands. Dort kam sie bei der „DR“ der „Deutschen Reichsbahn“ in die Lehre und war als Eisenbahnerin im Fahrkartenverkauf und als Aufsicht bis zum Eintritt in den Ruhestand tätig. Irmgard Fürstenberg engagiert sich in vielfältiger Weise für Ostpreußen. Sie kümmert sich nicht nur um ihre Kirchspiel-Schäfchen aus Groß Friedrichsdorf, sie organisiert auch regelmäßig Reisen in die alte Heimat und hält Vorträge in Schulen. Dort berichtet sie den Schülern über ihre Heimat Ostpreußen, sie erzählt ihnen aber auch über die Schrecken von Flucht und Vertreibung aus eigenem Erleben. Neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für Ostpreußen kümmert sie sich um ihre Kinder und Enkelkinder und, nicht zu vergessen, sie ist begeisterte Chorsängerin im Singekreis Magdeburg, in dem auch ostpreußisches Liedgut zu Gehör gebracht wird.
„Vorstellung der Mitarbeiter“ Aus unserem Heimatbrief Heft 55 Pfingsten 2012
Irmgard Fürstenberg, Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf
Geboren bin ich am 06.07.1929 in Groß Friedrichsdorf. Mein Vater war Ernst Fürstenberg, meine Mutter Magda Fürstenberg geb. Kaempf. Die Eltern meines Vaters hießen Leopold Fürstenberg und Martha Fürstenberg geb. Matigkeit. Die Eltern meiner Mutter waren Eduard Kaempf und Frederike Kaempf geb. Keller.
Ich bin in Groß Friedrichsdorf aufgewachsen und habe dort bis zur 8.Klasse die Schule besucht. Im März 1944 wurde ich in der Kirche zu Groß Friedrichsdorf konfirmiert. Ich habe eine Schwester, Ingrid. Sie wurde 1931 geboren.
Im Oktober 1944 rückte die Front näher und wir sind nach Zinten – Heiligenbeil gebracht worden. Mein Vater war beim Zoll in Schmalleningken beschäftigt. Der Zoll wurde aufgelöst und mein Vater wurde Soldat. In einem Gefangenenlager bei Brest ist er 1946 gestorben.
Im Februar 1945 sind wir mit Fuhrwerken nach Ladiau gebracht worden. Dort trafen wir die Großeltern. Dann sind wir zusammen über das Eis des Frischen Haffes gelaufen, mit nur einem Rucksack. Vor dem Haff haben wir noch unseren Großvater verloren. Irgendwie sind wir dann bis Pillau gekommen, aber kein Schiff hat uns aufgenommen. Aus welchem Grund auch immer sind wir zu Verwandten nach Rauschen gekommen. Am 15. April, ohne das ein Schuss gefallen ist, waren die Russen da. Wir wurden aus den Häusern getrieben und es begann eine schlimme Zeit. Gelebt haben wir von dem was wir noch fanden oder Brennnesseln, den ersten Sauerampfer. Am 9. Mai, dem Kriegsende, waren wir in Labiau. Nun ging es weiter nach Heinrichswalde, in die Insthäuser von Bierfreund, dann weiter nach Stucken. Als dort 1946 das Hochwasser kam, gab es eine Gelegenheit von Litauern über den Rußstrom geholt zu werden. Nun bin ich dort von einem Ort zum anderen bettelnd gelaufen. Eine Zeitlang war ich auch bei Litauern in Tauroggen. !948 bin ich von Tilsit aus einige Wochen mit einem Güterzug unterwegs gewesen. In Brandenburg an der Havel wurden wir in ein Quarantänelager gebracht. Ich bin dann in Glienicke, Nordbrandenburg, eingemeindet worden. Nun habe ich bei der Bahn am Fahrkartenschalter gearbeitet. Meine Prüfung als Fahrkartenverkäuferin und Aufsicht habe ich in der Abendschule gemacht.
1953 habe ich meinen Mann Heinz Berg in Hohen – Neuendorf bei Berlin geheiratet. Dort sind auch meine Kinder geboren. Noch vor dem Bau der Mauer ist mein Mann nach Westdeutschland gegangen. 1968 wurde meine Ehe geschieden. Meine Mutter lebte zu der Zeit in Magdeburg. Ich bin nun auch nach Magdeburg gezogen. Dort habe ich weiter bei der Bahn gearbeitet. 1987 erlitt ich einen Herzinfarkt. Nun bekam ich einen Reisepass und konnte meine Verwandten in Peine besuchen. Wir fuhren nach Steinhude und lernten die Kreisgemeinschaft Elchniederung kennen. 1990 gründeten wir den Ostpreußenverein in Magdeburg. Dort bin ich im Vorstand. Auch in der Singegruppe bin ich sehr gern dabei.
Seit 1996 bin ich Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf. Ich habe viele Heimatfreunde und solange es mir möglich ist, werde ich gern für die Kreisgemeinschaft Elchniederung arbeiten.
Anmerkung von der Redaktion: Irmgard lebt und liebt die Kreisgemeinschaft, bei jedem Treffen in Bad Nenndorf oder Reisen bringt sie Leben in die Hütte. Irmgard Du bist ein Juwel für die Kreisgemeinschaft. Sie wurde am 15.09.2012 für weitere vier Jahre in ihrem Amt als Kirchspielvertreterin bestätigt!

