Geschichten, Gedichte, Essays wie auch immer - in unserer geliebten und fast vergessenen Heimatsprache dem
Ostpreußischen Platt
Beginnen wir mit Reimen oder Gedichtchen aus der “Ostpreußen Fiebel” Bestell-Nr. 55 (gedruckt in Leipzig).
Hans, stoah op!
“Hans, stoah op, de Hömmelke grut!”
“Loat em man grue, he ös olt genog.”
“Hans stoah op, de Vögelkes singe!”
“Loat se mal singe, se hebbe kleene
Keppkes on bol utgeschloape.”
“Hans stoah op, de Sopp ös goar!”
“Wo ös min Läpel vom halwe Schäpel?”
Dat letzte Märke.
Doa wer enmal en Mann,
nu fangt min Märke an,
de Mann, de had ne Koh,
nu hört man flietig to!
De Koh, de had en Kalf,
nu ös min Märke half;
das Kalf, dat had ne bunte Schnut,
nu ös min märke wörtlich ut.
De Oadeboar.
De Oadeboar, dä hätt e lange Näs’,
un wenn er önne Groawe steiht,
denn kickt er noa de Wäs’.
De Oadeboar hätt rode Strömkes an,
un wenn er oppe Dack spazeere geiht,
forts wie e Edelmann.
De Oadeboar, dä leggt e grotet Ei,
un wenn det Junge wöll ruterkomme,
denn hackt er et entzwei.
De Oadeboar, dä steiht opp sinem Nest,
un wöll er sick e Varjneege moake
denn klappert er möt sine Freß.
Wer erinnert sich noch an die Melodie?
Von de Watschelgänskes.
Suse, lewe Suse, wat raschelt em Stroh?
Das sün de lewe Gänskes, de hebbe kene Schoh!
De Schuster hät Ledder, ken Lesten mehr dato,
drom goahn de Gänskes barfot on hebbe kene Schoh.
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Nachfolgende Gedichte, Gechichtchen oder Episoden in Plattdeutsch finden Sie schnell mit dem eingerichteten internen Link. |
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Titel |
Autor |
Hier seit |
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Es war emoal e kleenet Hanske (Keen Märke) |
Hans Petereit |
19.12.2009 |
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Heimatliche Worte (Aus Heimatbrief Nr. 54 Dez. 2011) |
Marlene Maeder |
11.01.2012 |
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Es war emoal e kleenet Hanske
(Keen Märke)
Et es all 70 Joahre her,
passeerd mi doch een groot Malheur.
De Lehrerschesäd lange schon,
et kam een Mann, sien Name Cohn.
So eener kömmet met Kröte, Schlange,
uk Oape hat he oppe Stange
un kleene Deere, deem Zoo,
he romschleppt un makt Kindersch froh.
Twee Dittkes send denn to berappe,
damet de Schau kann richtig klappe.
De Deere motte uk wat freete,
de Deerfrind brukt dat Jeld tom Eete.
Fix käm de Dag vom Biolog,
der inne Turnhall sek versog.
He stellt doa siene Kiste hen
unluert opp de Kinderken.
De Lehrersche, se secht vorher,
de Dittkes bringt mi boald moal her.
Nur eck, eck hadd se doch vergäte
un mußd bestroaft em Zimmer säte.
Eck wull oam nächste Dag betoahle,
dat tat de Paukersch nech gefalle.
De Oage wäre ganz verschwömme,
weil se mi nech hadd metgenomme.
Eck huckt verschichert inne Klass,
de Becker un dat Heft war naß.
Doch während eck so simmeler,
steiht Lotte Kohse inne där.
Dat war Cousinchen ute Achte,
de mi de beede Dittkes brachte
un bidat Frailein Lehrerin
Försprach hielt - dat met gewinn!
De oaber schubst mi inne Eck
tom stoahne inne Näh’ vom Reck.
Gehört, gesehne haw eck wenig.
Herrje! Eck fühld mi wie en Keenig.
Ben eck em Zirkus oder Zoo,
denn freit mi dat, so oder so.
De Episod föllt mi denn en.
Bi oole Mensche ward dat ähnlich sen.
Hans Petereit aus Kuckerneese jetzt Bremen
Heimatliche Worte
Hab` zum Gedenken, zum Vergnügen
Ostpreuß`sche Worte aufgeschrieben.
Vieles ist uns noch geläufig,
nur hört man es nicht mehr so häufig.
Hubbern, das heißt frieren,
begrabbeln ist befühlen,
küssen, das heißt butschen
und ausgleiten ist glutschen.
Ein alter Lappen ist ein Kodder,
matschiger Boden, das ist Modder.
Ein kleiner Junge ist ein Gnoss,
und eine Ziege ist `ne Koss.
Pulswärmer, das sind Mauchen
Und betrinken heißt beschlauchen.
Etwas betasten ist befummeln
Und warm anzieh`n ist bepummeln.
Ein alter Geizhals ist ein Gniefke
Und Schnupftabak heißt Schniefke.
Fips ist ein kleiner, kratz`ger Hund,
halt die Gibbel heißt halt den Mund.
Junge Mädchen sind Marjellchens,
kleine Geschichten sind Vertellchens.
Lümmel ein Luntrus, auch Lachodder
Und wirre Haare, das sind Zoddern
Kleiner Haufen ist ein Grumpel
Und die Nase eine Tuntel.
Begniddern ist, wer heimlich lacht,
nur mit der Ruh` heißt sachte, sacht.
Habgieriger Mensch ist ein Rachull,
beim Kragen fassen heißt Kreppschull.
Ausgetrocknet ist verspaakt,
zu faulenzen man molschen sagt.
Alte Klunker – weiblich Wesen
Und schnell laufen das ist Peesen.
Ein Schimpfwort ist: “Du ole Kreet“,
Holztrag` auf Schulter ist `ne Peed.
Einstänkern ist stark parfümiert,
unsaubres Schreiben ist gekliert.
Und Schlorren, Holzpantoffeln sind
und Kaneel, das ist der Zimt.
Nun noch eins, damit ihr`s wisst,
Pomuchelkopp ein Dickkopf ist.
Starkes regnen das ist pladdern
Und erzählen das ist schabbern.
Ein schlechter Kerl ist ein Plawucht,
der Heuboden ist die Lucht,
aufstapeln, das heißt fleien
und zärtlich sein, das ist puscheien.
Wollt` Worte in Erinnerung rufen,
denn was uns`re Vorfahr`n schufen,
war für uns und unsere Zeit,
beschauliche Gemütlichkeit.
Marlene Maeder

