Das Kirchspiel Skören       (Russ.  Gorodkowo – Городково)

Skören - Schulhaus um 1920Im Norden des Kreises an der Gilge liegt das Kirchdorf Skören, und zwischen Gilge und Rußstrom weitere 6 Gemeinden, die mit insgesamt 923 ehemaligen Bewohnern das Kirchspiel Skören bilden.
Die Siedlungen Skeren, Baltruschaiten, Batruschkenen, Kartzewischken, Budwetten und Ginnischken werden bereits in einem Register der Kirchengemeinde Kaukehmen vom Jahre 1596 genannt. Die Kirchengemeinde Kaukehmen mußte im 17. Jahrhundert große Teile ihres Amtsbezirks abgeben ("abwidmen"), aber bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts verblieben die obengenannten Ortschaften beim Kirchspiel Kaukehmen.
Als Pfarrer Dennukat 1894 Superintendent in Kaukehmen wurde, sprachen eine Reihe Gemeindemitglieder aus Skören und Baltruscheiten die Bitte aus, diesen etwas abgelegenen Teil des Kirchspiels besser zu betreuen. Das hatte zur Folge, dass am 15.05.1905 die Gemeindekörperschaften beschlossen, einen neuen Seelsorgerbezirk Skören einzurichten. Zu diesem Bezirk sollten die Schulverbände Skören, Baltruscheiten und Ginnischken gehören. Die seelsorgerische Arbeit wurde durch Verleihung eines Kapitals sichergestellt. Bereits nach 4 Monaten wurde Prediger Kein mit der Arbeit in Skören beauftragt. Die Amtsgeschäfte wurden zunächst von Kaukehmen aus geführt; doch noch im gleichen Jahr siedelte der neue Seelsorger nach Skören über, wo man für ihn eine Wohnung besorgt hatte. Die Gottesdienste fanden bis zum Jahre 1933 in der dortigen Schule statt. In diesem Jahr konnte die Kirchengemeinde Skören ihr unter mancherlei Opfern erbautes Gotteshaus in Gegenwart des Generalsuperintendenten Gennrich einweihen. Es war ein schlichter achteckiger Holzbau mit Türmchen. Nach Kriegsende war die Kirche unversehrt. Bis 1978 wurde sie zum Trocknen von Getreide genutzt. 1979 riss man sie ab und errichtete an der Stelle einen Melkschuppen.
Die Gemeinden des Kirchspiels Skören waren fast ausschließlich von der Landwirtschaft geprägt. Auch das Kirchdorf Skören, das sich fast 4 km an der Gilge entlang zog. Unweit der Kirche befanden sich das Gasthaus Rupsch, die Meierei Westphal, die Post, die Schule und die Schmiede Kumutat.
Die Schule in Skören wurde 1729 gegründet. Das letzte Schulgebäude war ein Fertighaus aus Holz, 1886 in Tilsit gefertigt, mit dem Kran verladen und in Skören schnell aufgestellt. Nach der Schulchronik war es damals die beste Schule des Kreises.
1936 wurden vom Gemeindeland am Gilgedeich 45 Morgen enteignet, um Kasernen für ein großes Pionierübungslager zu errichten. Während des Krieges waren diese ständig belegt, und so herrschte im kleinen Skören ein reges Leben. Ab 1943 diente das Lager als Heeresfachschule für Zahlmeister. Weitere Volksschulen im Kirchspiel gab es in Balten mit Lehrer Oskar Festerling ab 1937. Sprosserweide erhielt 1910 ein neues Schulhaus; letzter Lehrer ab 1937 war Emil Krause.
Aus „Die Kirchengemeinden Kuckerneese und Skören – Kreis Elchniederung“

Orte des Kirchspiels Skören

Ortsname ab 1938

Ortsname bis 1938

Einwohner 1939

Letzter Bürgermeister nach 1938

Altginnendorf

Alt Ginnischken

105

David Schmidt

Altschanzenkrug

Baltruschkehmen

131

Hugo Schimkat(?)

Ansorge

Budwethen K.

147

Wolfgang Schulz(?)

Balten

Baltruscheiten K

111

Emil Naujoks

Neuginnendorf

Neu Ginnischken

51

Otto Spade

Skören

Skören

266

Max Janz

Sprosserweide

Groß Karzewischken

112

Heinrich Artschwager

Gesamt:  7

 

923

 

[Elchniederung] [HP-Struktur] [Geschichte] [Aktuell-Termine] [Kirchspiele] [Heinrichswalde] [Gowarten] [Gr. Friedrichsdorf] [Herdenau] [Inse] [Karkeln] [Kreuzingen] [Kuckerneese] [Neukirch] [Rauterskirch] [Schakendorf] [Seckenburg] [Skören] [Weidenau] [Familienforschung] [Heimatbriefe] [Plattdeutsch] [Jugendarbeit] [Literatur] [Personalien] [Ext. Links] [Impressum] [Gästeb.- Feedb.]

counter  

Kirchspiel Skören

Wappen des Kreises Elchniederung
Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde