Wegweiser für den Kreis Elchniederung
Familienforschung, Landeskunde, Orts- und Regionalgeschichte
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Inhaltsverzeichnis |
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- Der Kreis Elchniederung |
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- Kurze Verwaltungsgeschichte des Kreises |
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3. Einführung in die Familienforschung |
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4. Familienkundliche Vordrucke (Ahnentafeln etc.) |
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5. Karten |
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6. Archive |
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7. Bibliotheken |
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8. Literatur-Auswahl |
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9. Neue Medien |
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9.1 Internetadressen |
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9.2 Mailinglisten |
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9.3 Familienforschungsprogramme |
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10. Vereine |
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11. Datenbanken |
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12. Zeitschriften |
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13. Links zu Internet-Seiten über den Kreis Elchniederung |
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14. Adressen der Kreisgemeinschaft Elchniederung |
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Die Kirchenbücher und Standesamtsregister des Kreises Niederung
mit Angabe des Gründungsjahrs der Kirchengemeinden (in Klammern) und einer Übersicht über die erhaltenen Bestände
Bis zum Jahre 1874 waren die Kirchen zuständig für die Eintragung der Taufen, Heiraten und Todesfälle. Im Laufe des Jahres 1874 übernahmen die staatlichen Standesämter diese Aufgabe.
Da sich die staatlichen und kirchlichen Verwaltungseinheiten des Kreises Niederung im 19. und 20. Jahrhundert mehrfach geändert haben, folgt eine kurze Übersicht der Änderungen.
Ãnderungen der Verwaltungseinheiten des Kreises:
1816 wird der Regierungsbezirk Gumbinnen gegründet. Der neugebildete Kreis Heydekrug erhält die Kirchspiele Kallningken,Karkeln und Schakuhnen.
Das Kirchspiel Plaschken im Memelland kommt vorübergehend zum Kreis Niederung.
Nach Abtrennung des Memellandes vom Deutschen Reich im Jahr 1920 ist eine Neuregelung der Kreises Heydekrug, Niederung ,Tilsit und Ragnit erforderlich. Das Gebiet südlich des Rußstromes, also auch Kallningken, Karkeln, Spucken, Schakuhnen und Skirwieth, kommt zum Kreis Niederung.
Dafür musste der Kreis Niederung den nördlich des Rußstroms gelegenen Amtsbezirk Heinrichsfelde an den Kreis Heydekrug abtreten, und die Amtsbezirke Brettschneidern und Kellmienen gehen an den neugebildeten Kreis Tilsit-Ragnit.
Die kirchliche neue Verwaltungsgliederung wegen der Abtrennung des Memellandes erfolgt für die bisherigen Kirchenkreise Tilsit, Ragnit und Niederung erst am 13.6.1923.
Die Kirchengemeinden Kallningken, Karkeln und Schakuhnen werden von der Diözese Heydekrug abgetrennt und kommen zur Diözese Niederung.
1939, nach der Wiedervereinigung des Memellandes mit Deutschland kommt Skirwieth zurück an den Kreis Heydekrug.
Standorte der Kirchenbücher:
A = Staatsarchiv Allenstein, B = Ev. Zentralarchiv Berlin, D = Diözesanarchiv Allenstein, L= Sächs. Staatsarchiv Leipzig,
M = Mormonen, V = Staatl. Histor. Archiv Vilnius
Adressen der Archive:
Sächsisches Staatsarchiv Leipzig (L)
- Deutsche Zentralstelle für Genealogie, Schongauer Str.1, 04329 Leipzig
Evangelisches Zentralarchiv (B), Bethaniendamm 23-29, 10997 Berlin
Staatsarchiv Allenstein (A), Archiwum Panstwowe w Olsztynie, - ul. Partyzantow 18, PL-10-521 Olsztyn, Polen
Diözesanarchiv Allenstein(D), Archiwum Diecezje Warminskiej w Olsztynie Kopernika 47, PL-10-512 Olsztyn
Staatliches Historisches Archiv Vilnius (V) , Lietuvos valstybinis istorijos archyvas, Gerosios
- Vilties 10, Vilnius/ Litauen
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - Mormonen (M)
Die Standorte der Genealogischen Forschungsstellen der Mormonen findet man im Internet unter http://www.familysearch.org, in der Rubrik search, place-search.
Im Telefonbuch zu finden unter Kirchen und dann unter Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage.
Zeichenerklärung:
~ Taufen , oo Heiraten, + Todesfälle
1.1 Evangelische Kirchenbücher des Kreises Niederung
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1.1.1 Gowarten (1906) |
Keine Kirchenbücher erhalten. |
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1.1.2 Groß Friedrichsdorf(1854) |
Die Kirche wurde 1854 gegründet; vorher zu Heinrichswalde. |
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1.1.3 Gr.Skaisgirren(Kreuzingen)(1693) |
L ~1708-1830, 1852; oo1708-1815, 1850-1874; |
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1.1.4 Heinrichswalde(1686) |
L und M ~ 1686-1874; oo 1687-1874; + 1732-1887 |
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1.1.5 Inse(Alt Inse) (1570) |
L ~1690, 1768-1874; oo 1690, 1767-1874; + 1690, 1767-1841, 1848-1874 Taufen, Heiraten und Tote 1690 betreffen Inse und Kallningken gemeinsam. Es handelt sich nur um wenige Seiten im Kirchenbuch, die abgedruckt sind in APG (= Altpreussische .Geschlechterkunde) Band 30 (2000). |
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1.1.6 Kallningken(Herdenau) (1677) |
B ~ 1868-1944; oo 1910-1944; +1865-1944 |
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1.1.7 Karkeln (1644) |
L und M ~1754-1874; |
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1.1.8 Kaukehmen (um 1547) (Kuckerneese) |
L und M ~1668-1824, 1828-1844, 1848, 1859-1874 |
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1.1.9 Lappienen (1664) |
L und M ~ 1703 - 1874; oo 1775 - 1874; + 1753 - 1874 |
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1.1.10 Neukirch (1650) |
L und M ~1679-1745, 1747-1798, 1813, 1819, 1826-1830, 1840-1854 |
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1.1.11 Pokraken (Weidenau) (1891) |
Keine Kirchenbücher erhalten. Die Kirche wurde 1891 gegründet laut. Urkunde von 1861; vorher zur Kirchengemeinde Tilsit-Land. Gehörte 1912 zur Diözese Tilsit |
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1.1.12 Schakuhnen (1675)(Schakendorf) |
L und M ~1702-1761, 1764-1874, oo 1687-1763, 1766-1874 |
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1.1.13 Seckenburg (1889) |
Keine Kirchenbücher erhalten. Die Kirche wurde aber auch erst 1889/1890 gegründet; vorher zur Kirchengemeinde Lappienen gehörig. |
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1.1.14 Skören(1909) |
Keine Kirchenbücher erhalten. Die Kirche wurde 1909 gegründet; vorher zu Kaukehmen. |
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1.2.1 Hochdünen (Schillgallen) |
D ~ 1828-1842, 1876-1899, 1878-1903, 1904-1936 |
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1.2.2 Tilsit |
D ~ 1878-1899 (Buch 1a); 1885-1938 (Buch 2) |
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1.3.1 Evangelisch-reformierte Kirche Tilsit |
B ~, oo und + jeweils 1699-1832 |
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1.4.1 Mennoniten-Gemeinde Tilsit |
L ~1769-1890; oo 1769-1890; + 1769-1874 |
Zeichenerklärung
* Geburten oo Heiraten + Todesfälle
Alle nachstehend aufgeführten Standesamtsregister (mit Ausnahme einiger Jahrgänge von Heinrichswalde, die in Vilnius stehen) befinden sich im Standesamt I in Berlin, Schönstedtstraße 5, 13357 Berlin. Telefon 030 - 902690
Achtung: Das Standesamt I erteilt Auskünfte nur an direkte Nachkommen! Familienforschung stellt keinen Grund für eine Auskunft dar.
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2.1 Argelothen |
* 1.10.1874-18.10.1944; oo 1.10.1874-20.7.1944, +1.10.1874-24.9.1944 |
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2.2 Heinrichswalde |
* 1.10.1874-31.12.1874, 1880-1884, 1899, 1940, 1942-43 |
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2.3 Inse |
* 1.10.1874-24.10.1944; oo 1.10.1874-29.5.1944, +1.10.1874-21.10.1944 |
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2.4 Jedwilleiten |
* 1.10.1874-25.9.1942; oo1.10.1874-1941; +1.10.1874-30.6.1938 |
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2.5 Karkeln |
* 1875-11.10.1944; oo 1875-29.9.1944; +1875-11.10.1944 |
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2.6 Karzewischken |
* 1.10.1874-1889, 1891-30.6.1938; oo 1.10.1874-1943 |
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2.7 Kaukehmen |
nur * 1.10.1874-1875, 1878-1880, 1887-1888, 1893-1894, 1896-1899, |
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2.8 Lappienen |
* 1.10.1874-1942; oo 1.1.1874-1941; +1.10.1874-1941 |
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2.9 Linkuhnen |
* 1.10.1874-1883, 1892, 1914-1921 |
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2.10 Norwischeiten (Alt - Lappienen) |
* 1.10.1874-1940; oo 1.10.1874-31.3.1940; +1.10.1874-1942 |
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2.11 Oschweningken |
nur +1882 |
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2.12 Rautenburg |
* oo und + jeweils 1.10.1874-1890 |
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2.13 Sandfluss |
* oo und + jeweils 1.10.1874-1944 |
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2.14 Schakuhnen (Schakendorf) |
* 1.10.1874-1878, 1887-1889 |
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2.15 Skaisgirren (Kreuzingen) |
oo 1928-1934, 1936-37, 8.7.1938-1942; +1.10.1874-1878, 1885-1891, 1894-1895 |
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2.16 Skirbst |
* 1.10.1874-1934, für 1935-27.7.1938 nur ein Namensregister; 28.7.1938-7.10.1944 |
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2.17 Sköpen |
oo 1881-1887, 1889; +1.10.1874-1879, 1882-1889 |
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2.18 Spucken (Stucken) |
*1.10.1874-1943; oo 1.10.1874-1877, für 1878 nur Namensregister, 1879-10.7.1943 |
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2.19 Tramischen (Trammen) |
* oo und + jeweils 1.10.1874-31.12.1874 |
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2.20 Wannaglauken |
* 1883-1891, 1893, 1897, 1900-1901; oo 1887, 1901-1903 |
Betrachtet man die offiziellen Kirchenbuchlisten zu Karkeln (mit den zugehörigen Ortschaften Parungaln, Aukszteglinen, Tramiszen und Graszten), so scheinen diese im Jahr 1754 zu beginnen (Taufen, Heiraten, Tote von 1754 - 1765). Die Taufbücher scheinen sodann mit einer Lücke von zwei Jahren bis 1874 in drei Blöcken (1767 - 1803, 1804 - 1829 und 1829 - 1874) vorhanden zu sein. Hinsichtlich der Toten sind ebenfalls drei Blöcke (1767 - 1802, 1804 - 1829 und 1829 - 1875) verzeichnet (also wie bei den Taufen, jedoch mit einer Lücke für das Jahr 1803). Heiraten hingegen scheinen nach 1765 erst wieder ab 1834 verfügbar zu sein. Tatsächlich liegen die Dinge deutlich günstiger:
1. Zunächst sei die "Lücke" zwischen 1765 und 1767 geschlossen, die tatsächlich keine ist. Denn tatsächlich enden die ersten Kirchenbuchaufzeichnungen für Karkeln - anders als es in allen Darstellungen zu finden ist - nicht schon 1765, sondern mit dem Ende des Kirchenjahres 1765/66, während die nachfolgenden Register (scheinbar erst 1767 einsetzend) mit dem Kirchenjahr 1766/67 beginnen, also schon mit der Adventszeit des Jahres 1766; der Übergang ist also nahtlos. Die scheinbare Lücke erklärt sich damit, dass das mit 1754 - 1765 titulierte Kirchenbuch auf seiner letzten Seite tatsächlich Taufen vom Sommer 1765 enthält. Gleichwohl handelt es sich nicht um die zeitlich letzte Eintragung dieses Registers, vielmehr liegen die Dinge so, dass der Pfarrer bzw. der Präzentor, der die Bücher führte, offensichtlich auf ein "technisches Problem" gestoßen war: Er hatte wohl bei Beginn der Eintragungen in seinem Buch einen Block für Taufen, einen weiteren für Sterbefälle und noch einen für Eheschließungen vorgesehen. Nach einigen Jahren war dann der für die Taufen kalkulierte Bereich erschöpft, während bei den Toten und den Heiraten noch genügend Platz war, und er ist dann mit entsprechenden Querverweisen dazu übergegangen, die weiteren Taufen dort einzutragen, wo sich gerade im Buch eine freie Stelle fand Schließlich waren die Taufen über das ganze Buch verstreut, die letzten Taufeintragungen von 1766 befinden sich ausgerechnet auf der ersten Seite des Registers. Diese etwas unorthodoxe Einteilung ist bei der Mikroverfilmung übernommen worden. Dabei war der Originaltext zwischenzeitlich wohl schon so verblasst, dass das Ergebnis der Mikroverfilmung entsprechend unzulänglich ausgefallen ist. Der in den Forschungsstellen der Mormonen verfügbare Film ist gar von solch schlechter Qualität, dass seitenweise nur ein Schwarz in Schwarz zu finden ist, aber auch in anderen Exemplaren des Films stoßen die Texte an die Grenzen der Lesbarkeit. Und so sind wohl auch die Querverweise, die den verschlungenen Weg der Taufeintragungen aufzeigen sollen, regelmäßig überlesen worden. Das Register ist übrigens für diejenigen, die sich durch Seiten schwerster Lesbarkeit kämpfen wollen, durchaus eine Fundgrube. Denn es erfasst die Zeit des Siebenjährigen Krieges und mit ihm erhebliche Bevölkerungsverschiebungen. Als Ende der 1750er Jahre eine Flüchtlingswelle von jenseits der Memel einsetzte, schlug sich das auch im Kirchenregister von Karkeln nieder, und insbesondere die Sterberate vervielfältigte sich dramatisch. Es waren vor allem Flüchtlinge, die starben, und zumeist ist beim Registereintrag auch vermerkt, von wo die Betreffenden gekommen waren. Selbstredend sind auch Flüchtlinge im Kreis sesshaft geworden. Wer also in Kirchenbüchern von nördlich der Memel für diesen Zeitraum auf den berühmten "toten Punkt" stößt, weil Familienlinien plötzlich abbrechen, könnte im Register von Karkeln fündig werden.
2. Unzutreffend ist des Weiteren der durch die Registerlisten entstandene Eindruck, dass es vor 1754 für Karkeln keine Kirchenbuchaufzeichnungen gegeben habe. Das Gegenteil ist der Fall. Tatsächlich setzen die ersten Registereintragungen schon im späten 17. Jahrhundert ein, allerdings unter "falschem Etikett". Denn die Kirchenbücher von Schakuhnen, die den Listen nach schon 1687 (Heiraten) bzw. 1696 (Tote) und 1702 (Taufen) beginnen, sind in Wahrheit solche von Karkeln. Die Erklärung liegt darin, daß der Pfarrer von Karkeln jahrzehntelang in Schakuhnen residierte, während vor Ort in Karkeln Präzentoren die Stellung hielten; erst 1830 wurde Karkeln zur "eigenen" Kirche. Vermutlich liegt hier der Grund dafür, dass die alten Kirchenbücher von Karkeln in Schakuhnen lagerten und dort - lange Zeit verschollen - in den 1930ern Jahren wiederentdeckt wurden; entsprechend erscheinen sie in allen Listen als Kirchenbücher von Schakuhnen. Tatsache ist, dass die Bücher von "Schakuhnen" bis zur Pestwelle (um 1710) fast ausschließlich Eintragungen aus Karkeln und Umgebung enthalten. Erst von 1712 an, als - nach zweijähriger Vakanz durch den Tod des Vorgängers - ein neuer Pfarrer (Klemm) nach Schakuhnen kam, verdienten die Register von Schakuhnen ihren Namen; denn jetzt wurden auch alle Vorgänge aus dieser Pfarrei erfasst; aber gleichzeitig verblieb es dabei, dass sämtliche Taufen, Eheschließungen und Sterbefälle aus Karkeln in Schakuhnen registriert wurden, bis - mit Beginn des Kirchenjahres 1754/55 - die Kirchengemeinde Karkeln ihre eigenen Kirchenbücher erhielt. Der Verwaltungsaufwand mit zuletzt etwa 200 Taufen im Jahr war so groß geworden, dass eine Abspaltung erforderlich wurde. Dass die Karkelschen Kirchenbücher nach ihrem Fundort benannt wurden, ist jedenfalls für die Zeit bis 1710 auch durch die extrem schwere Lesbarkeit verständlich. Anders als beim Register von 1754 ff ist zwar die Tinte als solche ausreichend kräftig, aber es waren nacheinander mehrere Pfarrer tätig, deren Handschrift zwischen "kaum noch leserlich" und "schlechterdings unleserlich" eingeordnet werden muss. Es bedarf schon eines ganz erheblichen Aufwands, um sich zumindest einen Teil der Einträge zu erschließen. Da seit dem Auffinden der Bücher eine systematische Erforschung wohl an der schweren Lesbarkeit gescheitert ist und vermutlich nur gezielt nach einzelnen Namen gesucht wurde - schwer genug -, ist es wohl auch noch nicht aufgefallen, dass die Register bis zum Auftritt des Pfarrers Klemm solche von Karkeln (und nicht von Schakuhnen) sind. Wer sich die Mühe macht, kann also seine Ahnen aus Karkeln und Umgebung bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Pfarrer Klemm, der ab 1712 die Schakuhnsche Kirche führte, ist, was seine Handschrift betrifft, ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig, zumal die Systematik seiner Eintragungen so unübersichtlich ist, dass es anfangs Mühe macht zu erkennen, wo eine Eintragung endet und die neue beginnt. Immerhin: Die Tauf- und die Heiratsregister (nur sie sind für die Zeit ab 1712 als Mikrofilm vorhanden) sowie die Sterberegister (sie liegen ab 1736 als Mikrofilm vor) sind in ihren wesentlichen Daten lesbar. Ist hiernach festzuhalten, dass die Kirchenbucheintragungen für Karkeln der Sache nach (wenn auch jahrzehntelang unter Schakuhnscher "Flagge") schon 1687 einsetzen, so muss man freilich eine zeitliche Einschränkung machen. Denn anders als es die Listen vermuten lassen, gibt es einige zeitliche Lücken. Die erste Lücke betrifft die Zeit, in der - wie vielerorts im Kreis Niederung wie auch im sonstigen Ostpreußen - die Pfarrer durch die Pest dahingerafft und die Kirchenbücher bis zur Einsetzung neuer Pfarrer nicht geführt wurden. Für Karkeln besteht diese Lücke von 1710 bis 1712. Weitere Lücken in den Kirchenbüchern von Karkeln (Schakuhnen) sind für die Jahre 1736 - 1738 sowie noch einmal für die Jahre 1745 - 1750 zu verzeichnen. Da die Schrift vor und nach der jeweiligen Lücke dieselbe ist, ist zu vermuten, dass die Eintragungen als solche gemacht wurden, diese Teile der Register aber verloren gegangen sind. (Wie schon erwähnt: Die alten Kirchenbücher von Schakuhnen/Karkeln waren außer Kontrolle geraten und wurden erst Mitte der 1930er Jahre wiederentdeckt; da kann durchaus auch etwas endgültig verschwunden sein.)
3. Auch was die Zeit nach 1767 betrifft, ist festzuhalten, dass die persönlichen Daten für Karkeln und Umgebung mehr oder weniger vollständig vorhanden sind. Das gilt auch für die Eheschließungen. Denn während die Listen für die Folgezeit bis 1734 nur Tauf- und Sterberegister aufweisen, sind dennoch auch die Eheschließungen von Karkeln festgehalten worden, allerdings einmal mehr in Schakuhnen und nicht in Karkeln selbst. Auch hierfür gibt es eine nahe liegende Erklärung: Zu jener Zeit gab es in Karkeln zwar (seit 1754) eine Pfarrei mit eigenen Kirchenbüchern, tatsächlich residierte der Pfarrer nach wie vor in Schakuhnen und wird Karkeln nur gelegentlich aufgesucht haben, während der "normale" Betrieb vom Präzentor erledigt wurde. Dieser konnte zwar Taufen ausführen und Sterbefälle erfassen, für Trauungen aber - so steht jedenfalls zu vermuten - mussten die Brautleute in Schakuhnen erscheinen, und dann wurden sie auch ins dortige Register eingetragen.
4. Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass auch die Kirchenbücher von Kallningken hilfreich sind, wenn man Ahnenforschung betreffend den Kirchenkreis Karkeln betreibt. Der Grund wird verständlich bei einem Blick auf die Landkarte, denn aus Sicht der Bewohner von Karkeln und Umgebung lag Kallningken deutlich näher als Schakuhnen; insbesondere in Zeiten widriger Witterung wird man sich nicht nach Schakuhnen bemüht, sondern die näher gelegene Pfarrei aufgesucht haben. Da zudem in Kallningken bis 1767 auch die Eintragungen für die Hafforte Loye, Inse und Tawe festgehalten wurden, gab es entsprechend lange eine Gemengelage, die die Pastöre immer wieder veranlasst hat, in fremdem Sprengel zu "wildern". Jedenfalls bis 1767 wird man in den Tauf-, Sterbe- und Heiratsregistern von Kallningken immer wieder auch mit solchen Eintragungen fündig, die der Sache nach in die Bücher von Schakuhnen bzw. Karkeln gehört hätten.
Zusammenfassend gilt:
Auch wenn es über die Jahre hinweg die eine oder andere kleinere Lücke gibt, weil die Register nicht geführt wurden (Zeit der Pest) oder außer Kontrolle geraten sind, kann die Ahnenforschung für die Kirchengemeinde Karkeln im wesentlichen über mehr als 300 Jahre bis ins ausgehende 17. Jahrhundert zurückverfolgt werden.
Dr. Witold Peuster Köln